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Leserbrief

Wer hinkt denn da?

Vorstand des Vereins «Hoi Quote» | 23. Dezember 2017

«(...) Dass die jetzigen (Frauen-) Rechte und Freiheiten, die wir in der westlichen Welt geniessen, von Parlamenten geschaffen wurden, in denen überwiegend Männer sassen (...)», betont Ado Vogt in der aktuellen «Hoi Du»-Ausgabe. Wir sind nicht ganz sicher, was der Landtagsabgeordnete Vogt damit sagen will – vielleicht, dass wir Frauen endlich dankbar sein sollen? Dass wir uns besser nicht daran erinnern, wie harzig der Weg zum allgemeinen Wahl- und Stimmrecht war? Dass Frauen nach Strassburg fuhren, um ihre Rechte einzuklagen und selbst die dritte Abstimmung nur ganz knapp ausfiel?
«In drei Jahren, wenn der Landtag wieder neu gewählt wird, schaut die Welt wieder anders aus (...)», meint Ado Vogt. Wir schätzen Optimismus, aber von alleine wird sich diese Welt auch in Zukunft nicht ändern und von alleine werden noch weniger Frauen in zukünftigen Landtagen Einsitz nehmen. Seit Jahren geht der Anteil an Frauen zurück. Ohne zumindest eine zeitlich begrenzte Quotenregelung wird sich überhaupt nichts ändern.
Moderne Demokratien mussten sich schon immer wandeln, um den hohen Ansprüchen an sie gerecht zu werden. Wir können Ihnen, Herr Vogt, versichern, es geht uns um die Einführung einer Quotenregelung und nicht um die Etablierung linker Agenden, wie Sie schwadronieren. Stellen Sie sich vor, in unserem Verein hat es Männer und Frauen jeglicher politischen Couleur. Sie scheinen ja regelrecht zu erschrecken, wenn Sie über eine Frau an der Spitze unseres Staates fantasieren. Eine faire Beteiligung von Frauen in der liechtensteinischen Politik ist nicht für die EU, nicht für die UNO, nein, für Liechtenstein, weil es langsam Zeit wird dafür.

Vorstand des Vereins «Hoi Quote»

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