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Leserbrief

Landtag sagt Nein zur «Faktischen Gleichstellung von Frauen und Männern»

Landtagsfraktion der Freien Liste | 7. Dezember 2017

Mit 20 Nein- zu 5-Jastimmen hat der Landtag am Dienstag das Postulat «Faktische Gleichstellung von Frauen und Männern» deutlich abgelehnt. Wie im Oktober-Landtag kippte die Debatte erneut einseitig und drehte sich vermehrt um die Frauenquote. Diese ist bei vielen Abgeordneten und auch den meisten Regierungsräten extrem unpopulär. Die Mehrheit der Landtagsabgeordneten – darunter auch die drei gewählten Parlamentarierinnen – war nicht bereit, die Problemstellung einer gründlichen Prüfung zu unterziehen. Zwei Volksvertreter aus den anderen Parteien rechtfertigten ihre ablehnende Haltung mit dem Einwand, dass die Freie Liste ihre Forderungen nach einer paritätischen Beteiligung der Frauen in der Politik selbst nicht erreicht und wollten die Postulanten mit provozierenden Kommentaren ins Abseits drängen. Wo bleibt da der demokratische Sportsgeist? Der Landtag sieht keinen Handlungsbedarf, will keine Massnahmen ergreifen und die Parteien wollen Frauenförderung lieber punktuell statt im Gesamtpaket. Der Landtag weiss zwar, dass das Anliegen kein Selbstläufer ist, will hier aber in der Komfortzone verharren. Wäre der Preis für einen besseren Frauenanteil wirklich so hoch, wie einige Akteure befürchten?
Die Lohnungleichheit zu adressieren, ist nicht genug. Es muss an mehreren Hebeln angesetzt werden. Dem Postulat der Freien Liste ging ein parteienübergreifender Frauen-Apéro voraus, bei dem Ideen zur Frauenförderung gesammelt wurden. Sie flossen ins Postulat ein. Das Postulat sollte helfen, Entscheidungsgrundlagen in vier zentralen Bereichen der Frauenförderung zu schaffen. Es geht darin um vier Hauptbereiche. Natürlich gehören die möglichst paritätische Vertretung der Frauen in politischen Ämtern und die Prüfung der Erhöhung des Frauenanteils in wirtschaftlichen Führungsgremien dazu. Ebenso geht es um die Umsetzung der seit Jahren angestrebten Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen. Der vierte wichtige Punkt ist die Förderung von qualifizierten Teilzeitstellen auf Führungsebene, denn echte Teilzeitkarrieren sind ein Sprungbrett für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Im Grunde genommen stellt das abgelehnte Postulat die einfachsten und normalsten Fragen der Welt. Woran liegt es, dass der Stein nicht ins Rollen kommt? Haben Sie andere zündende Ideen? Schreiben Sie uns auf info@freieliste.li.

Landtagsfraktion der Freien Liste

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