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Leserbrief

Respekt vor dem Herrn Kaplan

Urs Kindle,Binzastrasse 51, Mauren | 2. Dezember 2017

Firmunterricht

Da stellt das «Volksblatt» auf der Titelseite vom 30. November in gros­sen Buchstaben einen Kaplan Liechtensteins gewissermassen an den Pranger mit der Aussage, er werde (zumindest die diesjährigen) «Firmlinge nicht weiter unterrichten». Unfair. Taktlos. Und ohne jegliches Gespür.
Was hat der Kaplan denn verbrochen? Nichts. Im Gegenteil: Er ist dem Katechismus und somit der offiziellen Lehre der katholischen Kirche gefolgt – wie es die Kirche von einem guten Geistlichen verlangt. Vor dem Kaplan ziehe ich respektvoll den Hut, weil er nicht mit irgendwelchen «faulen Kompromissen» vor den Forderungen des Zeitgeistes eingeknickt ist.
Jesus Christus höchstpersönlich sagte: «Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird gross sein im Himmel.» (Matth. 5,11-12) Diese Worte dürfen dem ehrwürdigen Herrn Kaplan das Herz erwärmen.
Die Bibel (Wort Gottes!) sagt klar und deutlich: «Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.» (Apg. 5,29) Dass sich der genannte Kaplan dem Willen Gottes verpflichtet fühlt und nicht dem Willen der (zeitgeistlich manipulierten) Masse, verdient Respekt.
Interessant dazu ein Vergleich: Wie reagierten die Leute, als Jesus zu seiner Zeit behauptete, sein Fleisch sei «eine wahre Speise» und sein Blut sei «ein wahrer Trank» (Joh. 6,55) und als er also ausdrücklich darauf hinwies, man solle sein Fleisch und sein Blut in sich aufnehmen (Joh. 6,56)? Die anwesenden (verblendeten!) Zuhörer reagierten empört und sagten: «Diese Rede ist hart! Wer kann sie hören?» (Joh. 6,60) Andere «stritten untereinander» und sagten: «Wie kann uns dieser sein Fleisch zu essen geben?» (6,52) Liess sich Jesus von dem Gemurre und den Protesten der (verblendeten!) Masse beindrucken? Nein, unbeirrt hielt er an Gottes Lehre fest. Er passte sich nicht (!) dem Willen des Volkes an: So heisst es nämlich in der Bibel: «Jesus wusste, dass seine Jünger darüber murrten und sprach zu ihnen: Daran nehmt ihr Anstoss? (61) […] Seit dieser Zeit zogen sich viele seiner Jünger zurück und wandelten nicht mehr mit ihm. Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen?» (6,66-68)
Schlussfolgerung: Selbst dann, wenn sich die Masse von der Lehre Jesu Christi abwendet, darf ein Geistlicher niemals der Lehre Jesu den Rücken kehren. Wir haben uns der Lehre Gottes anzupassen – und nicht umkehrt. Der Wille Gottes steht über dem Willen des Menschen. Auch im 21. Jahrhundert. Gott vor Mensch.

Urs Kindle,
Binzastrasse 51, Mauren

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