Leserbrief

Schilda ist überall!

Günther Wohlwend, Altvorsteher und Altabgeordneter, SchaanWalter-Bruno Wohlwend, Ex... | 9. Juni 2017

Brückenprojekt

Wer erinnert sich nicht an die Schildbürgerstreiche, die seit dem 15./16. Jahrhundert für Erheiterung und Lachanfälle sorgen? Der Inhalt des Werks handelt unter anderem von einer fiktiven Stadt Laleburg im Kaiserreich Utopia. Die Erzählungen unter anderem von einer Kuh, die man am Hals auf die Stadtmauer hievt und dann – statt Gras zu fressen – erstickt. Oder die Erzählung vom Rathaus-Neubau, bei dem die Fenster vergessen wurden? Wenn man von der Jahrhundertidee einer Brücke von oberhalb Nendeln nach unterhalb Planken hört, für die unsere Gemeinden glatt eine Million ausgeben wollen (die natürlich nicht reichen wird) erinnert man sich an die Schildbürgerstreiche. Alles kommt einem bekannt vor. Niemand erfährt, woher die Idee kommt, wer sie geboren hat und wer die Millionenbrücke zum 300-Jahr-Jubiläum 2019 wirklich braucht? Und wer was und wie viel an diesem ominösen Bauwerk verdienen soll. Plötzlich war die Idee da und die Gemeinden so angetan, als würde ein neues Wahrzeichen – wie die Golden-Gate-Brücke, 1937 in San Francisco – entstehen. Und was dieses Brückenbauwerk mit der Geschichte Liechtensteins wirklich zu tun hat im Jahre 2019, wird ein ewiges Geheimnis bleiben. Fakt ist, dass unsere Gemeinden zu viel Geld haben. Da kommt das Jubiläum in rund zwei Jahren wie gerufen. Schilda ist offenbar überall! Noch ist es nicht zu spät, um diese Lächerlichkeit vor der ganzen Welt zu vermeiden.

Günther Wohlwend, Altvorsteher und Altabgeordneter, Schaan
Walter-Bruno Wohlwend, Ex-Chefredaktor, Schaan

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