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Leserbrief

Schützen uns die Umweltschutz- gesetze genügend?

Peter Schoeck,Runkelsstrasse 25, Triesen | 24. Juni 2017

Giftige Abgase

Der Schutz der Bevölkerung vor Vergiftung der Atemluft durch gesundheitsschädliche Abgase fand seinen Niederschlag in Gesetzen, die den Schadstoffausstoss von Kraftfahrzeugen und Produktionsanlagen begrenzen und das mit Nikotinausstoss verbundene Rauchen in öffentlichen Einrichtungen verbieten. Wie aber, wenn jemand seinen Garten vor der Wohnung eines anderen mit Jauche düngt? Abgesehen von der Geruchsbelästigung enthalten Jauchen giftiges Ammoniak, wenn auch in einer Konzentration, die, solange die Belastung zeitlich begrenzt ist, als nicht gesundheitsschädlich betrachtet wird. Was ist hier zumutbar?
Dieselbe Frage drängt sich auf, wenn Raucher zwar nur innerhalb ihrer Wohnung mit Nikotin beladene Gase in die Luft blasen, diese aber bei Nachbarn in die Wohnung dringen in einer Konzentration, die gesundheitsschädlich ist, und darüber hinaus die Lebensqualität, je nach der Empfindlichkeit der Betroffenen, einschränkt. Dabei kann man davon ausgehen, dass die Nikotinkonzentration umso höher ist, als der als lästig empfundene Geruch der «Raucherabgase» wahrnehmbar ist. Diese mit Rauch bezeichneten Gase sind leichter als Luft. Diese hat zur Folge, dass Wohnungen, die über denjenigen von Rauchern liegen, stärker vom Eindringen der nikotinbeladenen Gase betroffen sind als tiefer gelegene.
Kritisch wird die Situation, wenn sich die Raucher auf ihren Balkon begeben, da dann die Belastung der Atemluft auf einem darüber liegenden Balkon Ausmasse annehmen kann, die einem «Mitrauchen» in der unmittelbaren Umgebung des Rauchers gleichkommt. Um einer gesundheitsgefährdenden Belastung zu entgehen ist, dann der Betroffene gezwungen, seinen Balkon zu verlassen und die Tür zum Balkon zu verschliessen, um das Eindringen der Abgase in die Wohnung zu verhindern. Dass sich diese bleibend in Textilien wie Vorhängen und Kleidern niederschlagen, ist bekannt. Aber ist dies auch zumutbar?
Hier besteht offenbar eine Gesetzeslücke. Grundsätzlich ist der Staat verpflichtet, die Gesundheit seiner Bürger und deren Lebensqualität durch eine entsprechende Gesetzgebung zu schützen und deren Verletzung zu ahnden. Die Gesetzgebung der Staaten Europas weist, was den Schutz vor Abgasen betrifft, Mängel auf. Diese zu schliessen, ist nicht einfach. Könnte Liechtenstein hier nicht bahnbrechend ein Beispiel setzen?

Peter Schoeck,
Runkelsstrasse 25, Triesen

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