Leserbrief

Ein Irrtum

Willy Marxer,Schwarze Strasse 4, Eschen | 22. Juni 2017

0-Franken-Zollfreibetrag

Der neue Präsident der Wirtschaftskammer Liechtenstein, Rainer Ritter, spricht sich in der «Wirtschaftregional» vom 17. Juni für einen zukünftigen 0-Franken-Zollfreibetrag beim Import von Produkten ins Land aus, das heisst, alles wäre zollpflichtig. Dies, um den Einkauftourismus in Feldkirch zu drosseln und einem angeblich «staatlich inszenierten Wettbewerbsnachteil für den heimischen Detailhandel» entgegenzuwirken.
Die Konsumentenzeitschrift «K-Tipp» berichtet nicht zum ersten Mal über Tests und Preisvergleiche zum Beispiel im Lebensmittelbereich. In ihrer Ausgabe vom 14. Juni stehen sich zwei volle Einkaufskörbe mit Lebensmitteln gegenüber, zum Preisvergleich und mit identischem Inhalt. Der eine Einkauf, in der EU getätigt, kostet demnach 100 Franken. Der andere Einkauf von der Hochpreisinsel Schweiz (auch Liechtenstein gehört dazu ) kostet hingegen unglaubliche 178 Franken. Also 78 Prozent mehr für den einheimischen Konsumenten, der «daheim» einkaufen will oder muss.
Damit nicht genug. Konsumenten berichten im selben Blatt über Beispiele frevelhafter Preisaufschläge auf einzelne Produkte des täglichen Lebens, die in der Schweiz (oder bei uns) das drei- oder gar über vierfache des EU-Preises ausmachen. Bei allem Verständnis für Hochlohn- und Mietabhängige Produktpreise, die in unseren Breiten logischer Weise etwas höher ausfallen müssen. Aber: Sind nicht genau diese Beispiele ausufernder Marktpreispolitik hierzulande und in der Schweiz und diese unbegreiflichen Preisunterschiede für ein und dasselbe Produkt der wahre Grund, warum unsere Konsumenten zum Einkaufen – geradezu –über die Grenze flüchten?
Der Präsident der Wirtschaftskammer denkt derweil über die Eindämmung des Einkauftourismus in Feldkirch und Umgebung nach und glaubt, diese mit der Einführung eines 0-Franken-Zollfreibetrages zu erreichen. Bei quasi 78 Prozent Rabatt vom Schweizerpreis – Fehlanzeige! Zuerst und viel naheliegender wäre die Durchsetzung fairer Preise für uns Konsumenten hier im eigenen Land, das heisst, Preise, die den Vergleich mit denen in der EU nicht haushoch verfehlen.

Willy Marxer,
Schwarze Strasse 4, Eschen

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