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Leserbrief

«Hat nichts mit Zensur zu tun»

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 19. Juni 2017

Klimawandel

Urs Kindle wiederholt sich zu meiner Lesermeinung betreffend des Klimawandels in gewohnter Manier. Der Klimawandel ist für ihn eine tausendfach wiederholte Lüge der Weltherrschaftsplaner. Ein treffende Klassierung, von Klimawandelleugnern bis Skeptikern, gibt es auf Wikipedia mit dem Stichwort: «Klima­skeptismus». U. Kindle kann sich da selbst einordnen. Kindle schreibt weitgehend der «Oregon-Petition» ab. Der Interessierte kann sich im Internet schlau machen, was da für eine Doktrin vertreten wird. Kindle meint am Schluss seines Leserbriefes, dass der Beweis bezüglich Klimawandel erst die Zukunft liefern wird. Es ist für Kindle folglich eine Glaubensfrage. Solche Weltverschwörungstheorien, vom 11.9. bis zur Holocaustverniedlichung sind Zeitungsfüller für politisch unabhängige Zeitungsredaktionen. Heikel ist es bei parteigefärbten Zeitungen, wie die Liechtensteiner Zeitungen es sind. Da ist die Gefahr schon gross, dass die Verantwortlichen als sektirisch eingestuft werden könnten, wenn solche Weltverschwörungstheorien abgedruckt werden. Schwierig wird es, wenn selbst ein Parteipräsident einer Doktrin verfallen ist und in seiner Zeitung in dieselbe Kerbe schlägt wie Urs Kindle, gemeint ist die letzte DU-Zeitung. Werden solche Leserbriefe in parteinahen Zeitungen abgedruckt, so setzen sich nicht nur die Redaktionen in die Nesseln, sondern auch die Parteipräsidien. Bei einer weiteren Textpassage seines letzten Leserbriefes begibt Kindle sich nochmals auf das Glatteis. Er zitiert die Oregon-Petition über «positive Auswirkungen des Klimawandels auf die natürliche Pflanzen- und Tierwelt». Es geht beim Klimawandel aber nicht um die, gemäss Kindle, positiven Einflüsse – sofern es diese gibt –, sondern um die negativen Einflüsse auf uns Menschen, natürlich auch auf die Pflanzen- und Tierwelt, weil dies ja Existenziell ist. Vor einem Monat, am 10. Mai 2017, wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) die «Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen zum Schutz der menschlichen Gesundheit» der Arbeitsgruppe «Gesundheitliche Anpassung an die Folgen des Klimawandels» publiziert. Die Empfehlung kann kostenlos geloadet werden. Für die Verfasser der Handlungsempfehlung ist es ein eindeutiger Fakt, dass die Dauer von Hitzeereignissen in vielen Regionen der Welt, so auch bei uns, durch den Klimawandel zunimmt. Das sind Themen, mit welchen sich auch unsere Politik, die Spitäler, das medizinische Personal, der Zivilschutz, Architekten, Raumplaner etc. auseinandersetzen sollten, auch unsere Zeitungen, die das ständige Publizieren von Weltverschwörungstheorien bezüglich Klimawandel etwas zurückschieben sollten. Ein Zurückhalten bezüglich des Publizierens von Weltverschwörungstheorien hat nichts mit Zensur zu tun.


Hans Frommelt,
Gapont, Triesen

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