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Leserbrief

Männliche Hysterie

Eva Rieger,Fürst-Johannes-Strasse 1, Vaduz | 17. Juni 2017

Geschlechterrollen

Herr Caspar Hoop (Leserbrief vom 10. Juni) nennt Theresa Mays sexistische Sprache als Beweis dafür, dass auch Frauen sie benutzen können. Das ist biologistisch gedacht, denn es gibt längst gender-sensible Männer, die sich überlegen, was sie sagen, und Frauen, die sich nach wie vor keine Gedanken darüber machen. Dass Theresa May bei der kritischen Jugend keinen Erfolg hatte, ist sicherlich eine Folge davon. Und Herrn Jo Schädler, der von hysterischen Weibern fantasiert, ist zu erwidern, dass die Hysterie eine Krankheit des 19. Jahrhunderts war, als man Frauen alle Möglichkeiten der Selbstbestimmung verwehrte. Er begibt sich somit auf vorgestriges Terrain. Künstler und Autoren haben übrigens gerne Bilder hysterischer Frauen in ihren Kulturprodukten entworfen, die Literatur ist voll davon. Ich halte mich hierbei an meine Kollegin Prof. Dorothea Redepenning, die hysterische Frauenfiguren in Opern analysiert hat und schreibt: «Dies hat alles nichts mit Frauen zu tun. Es sind Projektionen von Männern – perverse, bürgerlich-gehemmte, lüstern-angsterfüllte Männer-Phantasien – anders gesagt: es geht um männliche Hysterie oder Schizophrenie, die in Frauen-Gestalt personifiziert wird.»

Eva Rieger,
Fürst-Johannes-Strasse 1, Vaduz

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