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Leserbrief

BMM knackt die Verkehrsproblematik

Fraktion der Freien Liste | 17. Juni 2017

Verkehrspolitik

Motorisierter Individualverkehr (MIV). Das ist der Fachbegriff für die müden, gestressten und gereizten Autofahrer, die täglich nach der Arbeit nach Hause rollen. Viele ärgern sich über die verstopften Stras-sen, die Benzinschwaden und die verlorene Freizeit. Die Fraktion der Freien Liste meint «es langet» und fordert die Regierung auf, endlich ein verpflichtendes «Betriebliches Mobilitätsmanagement» (BMM) für Firmen ab 50 Mitarbeitenden zu prüfen. Sie appelliert an den Verkehrsminister, das verbindliche BMM voranzutreiben und für die Beteiligten – Arbeitnehmer, Arbeitgeber und alle Verkehrsteilnehmer – Fakten bzw. echte Erleichterung zu schaffen. Mit dem gesetzlich verankerten BMM kann der Staat praktisch ohne Mehrkosten die Verkehrssituation auf den Hauptverkehrsachsen markant verbessern. Die Verkehrsspitzen auf den Hauptverkehrsachsen morgens und abends können geglättet und somit Stau vermindert werden.
Im sog. «Modalsplit», der darüber Auskunft gibt, wie viele Menschen mit welchem Fortbewegungsmittel zur Arbeit kommen, machen die Autofahrer in Liechtenstein stolze 70 Prozent aus. Rund 20 Prozent nutzen für den Arbeitsweg die LIEmobil bzw. den öffentlichen Verkehr, während maximal 10 Prozent der arbeitenden Bevölkerung mit dem Rad oder zu Fuss zur Arbeit gehen. In einem vom Verkehrs-Club Liechtenstein (VCL) und der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz (LGU) initiierten Vortrag im März in Schaan hat Landesrat Johannes Rauch das erfolgreiche Mobilitätskonzept in seiner Heimat Vorarlberg erläutert. Dort liegt der Anteil der Autofahrer gar unter 45 Prozent, der Anteil der Velofahrer bei eindrücklichen 16 Prozent und der Anteil der ÖV-Nutzer bei 39 Prozent. Dies ist in erster Linie dem vorbildlich ausgebauten Radwegnetz und den konsequent realisierten Velostreifen, aber auch einer ausgezeichneten Verknüpfung von Bahn- und Busnetz zu verdanken.
Einzelne Unternehmen in Liechtenstein sind längst mit gutem Beispiel vorangegangen: Wer mit dem Fahrrad oder zu Fuss zur Arbeit kommt, findet die notwendige Infrastruktur wie Umkleidekabinen, Duschen und überdachte Veloparkplätze vor. Mitarbeitende, die nach wie vor mit dem Auto vorfahren wollen oder müssen, bezahlen im Rahmen des BMM für ihren Komfort. Erstens ist das aktiver Klimaschutz. Zweitens ist das wirksames Verursacherprinzip: Wer ökologisch unterwegs ist, erhält Vergünstigungen für den ÖV und die Motorisierten zahlen für ihren Parkplatz und ihren CO2-Ausstoss. Zum Dritten ist ein BMM betriebswirtschaftlich sinnvoll: Unternehmer sparen Kosten und Nerven, weil nicht immer wieder nach neuen Parkflächen gesucht werden muss. Laut Studien steigt gleichzeitig die Betriebsgesundheit: Denn wer seinen Arbeitsweg mit dem Velo oder zu Fuss bewältigt, gönnt sich mehr Bewegung und frische Luft.
Der Ball liegt nun beim Landtag. Der Gesetzgeber kann mit einem verbindlichen BMM ohne starke staatliche Investitionen die Stausituation für den wirklich notwendigen Verkehr verbessern und die Erreichbarkeit der Unternehmen sicherstellen.

Fraktion der Freien Liste

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