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Leserbrief

Auf dem rechten Auge blind

Robin SchädlerStadel 16c, Balzers | 6. Juni 2017

«Wirtschaftswunder»

Alljährlich veranstaltet das Vaduzer Medienhaus das «Wirtschaftswunder», um die Teilnehmenden mittels Vorträgen und Interviews über aktuelle Wirtschaftsthemen zu informieren. Bisher liefen die Anlässe in einem gesitteten Rahmen ab; diesen Weg verlässt das Vaduzer Medienhaus nun. «An Behauptungen stark, an Argumenten arm» wäre ein passendes Motto für dieses Jahr. So wurde Nigel Farage, der politische rechts aussen aus England, als Hauptattraktion eingeladen. Ein Mann, der Dinge sagt wie: «Jeder normale und unvoreingenommene Mensch hat das volle Recht, besorgt zu sein, wenn eine Gruppe von Rumänen plötzlich ins Nachbarhaus einzieht» (bbc.co.uk, 18.05.2014). Ein Mann, der sich nicht entscheiden kann, ob Ausländer schlecht sind, weil sie Inländern die Arbeit wegnehmen, oder doch eher deswegen, weil sie nicht arbeiten und Arbeitslosengeld beziehen (bbc.co.uk, 07.01.2014 und 22.04.2014). Ein Mann, der im Aufmachervideo des «Wirtschaftswunders» die Mitglieder des Europäischen Parlaments als Mafia bezeichnet und dann – nach Zurechtweisung durch den Parlamentspräsidenten – seine Wortwahl zu Gangster ändert. Mit Respekt gegenüber seinen Mitmenschen ist Farage somit wahrlich nicht gesegnet. Warum lädt man eine solche Person an ein Wirtschaftsforum ein? Man möchte meinen – wenn die Veranstalter schon auf dem rechten Auge blind sind –, weil er zumindest eine fundierte Meinung über Wirtschaftsthemen hat. Fehlanzeige. Sein politisches Leben lang war Farage gegen die EU; eine Alternative vermochte er nicht aufzuzeigen. So legte er auch nicht dar, welchen Weg Grossbritannien nach dem EU-Austritt einschlagen soll. Warum also Farage?

Robin Schädler
Stadel 16c, Balzers

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