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Leserbrief

Grün-ethischer Finanzplatz – ein Modell für das FL?

Vorstand der Freien Liste | 19. Dezember 2015

Wachstumsglaube

Der mit Spannung erwartete Klimagipfel in Paris ging kürzlich zu Ende. Er kann durchaus als erfolgreich bezeichnet werden. Es gab aber auch etliche Stimmen, welche die reichen Nationen aufforderten, weit mehr zur Verminderung der Treibhausemissionen zu tun. Leider brachte das Abkommen keine verbindlichen Ziele für die Reduktion der Klimagase und keine Einklagbarkeit von den im Vertrag genannten Hilfen für Klimaschäden in armen Staaten. Das Grundproblem billiger fossiler Brennstoffe blieb unangetastet.
Unser Wirtschaftsystem ist wie das der meisten andern Länder auf Wachstum ausgerichtet und wir erwarten hohe Renditen – oft auch auf Kosten ethischer Grundsätze – aus unseren Finanzanlagen. Mit Paris müsste jetzt eigentlich die Zeit angebrochen sein, in der wir Wachstum einbremsen und jegliche Investitionen kritisch hinterfragen, denn mit unüberlegtem Wachstum wird immer Umwelt zerstört und werden immer Ressourcen verbraucht. In einer endlichen Welt gibt es kein unendliches Wachstum.
Ein Beitrag, den Liechtenstein leisten könnte, wäre, genau hinzuschauen, wo unser Geld angelegt wird. Wie grün sind die Finanzanlagen von Staat und Gemeinden, wie hoch ist der CO2-Ausstoss, wie gross die Belastung für Boden, Luft und Wasser? Der Staat könnte genau darauf achten, dass nicht mit unserem Geld anderen Völkern die Lebensgrundlage verschlechtert oder gar zerstört wird. Ein weiterführender Schritt könnte sein, dass Liechtenstein mit seiner überschaubaren Grösse und reichen Erfahrung als Finanzplatz eine Vorreiterrolle als grün-ethischer Finanzplatz einnimmt.
Neben dem CO2-Austoss warnt die UNO auch vor Folgeschäden des Klimawandels: Die fortschreitende Klimaveränderung führt zu Wassermangel, die viele namhafte Anlageanalysten (so auch u. a. im LGT Blog) nicht nur als humanitäre Katastrophe ansehen, sondern auch als grosse Gefahr für die Weltwirtschaft. Wassermangel entzieht den betroffenen Menschen die Lebensgrundlage und treibt sie in die Flucht.
Positive Renditen basierten bisher häufig auf der Plünderung des Planeten. Ein reiner Fokus auf kurzfristige Renditen zulasten der Umwelt und der Menschen rächt sich und kann daher letztlich auch nicht zukunftsfähig sein. Könnte die Entwicklung des Finanzplatzes durch direkte Förderung mit günstigen Rahmenbedingungen für grün-ethische Produkte nicht eine zukunftsgerichtete Neuorientierung sein?

Vorstand der Freien Liste

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