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Leserbrief

Voulez-vous «schiitlibiege»

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 17. Dezember 2015

Unsere Umweltministerin hat sich an der Klimakonferenz gehörig ins Zeug gelegt, den Globus zu retten. Tatsächlich ist es ihr gelungen, für uns eine Genehmigung zu erlangen, dass wir die Emissionen an unsere Kleinheit anpassen dürfen. Das bedeutet, wir müssen nicht so viel weniger C02 produzieren wie zum Beispiel Amerika oder China. Alle Achtung vor so viel Verhandlungsgeschick. Verantwortungsvoller wäre es aber gewesen, in Paris zu sagen, dass wir unsere Hausaufgaben auch selber machen können.
Dennoch, mit ihrer völkerrechtlich verbindlichen Unterschrift verpflichtet sie uns, auch unsere Erwärmung auf maximal 1,5 Grad zu reduzieren und die Resultate ab 2020 regelmässig an die UN zu melden. Was jetzt noch fehlt – und Frau Umweltministerin sollte es bald nachliefern – wären die Zahlen zu ihrer Unterschrift. Nämlich, was wird uns das alles kosten wird und ob wir uns das überhaupt leisten können? Sie muss beim Unterschreiben ja gewusst haben, was sie uns damit alles aufbürdet. Frau Ammann darf uns diese Antwort nicht schuldig bleiben und sie muss einen konkreten Kosten- und Aktionsplan vorlegen. Das ist ihre Pflicht. Der Bürger hat ein Recht darauf zu erfahren, mit welchen Kosten wir uns an die Staatengemeinschaft verpflichtet haben.
Ziel von Paris ist es ja, die Erde bis zu Jahre 2050 vollständig zu entkarbonisieren. Ein Unterfangen, das einem utopischen Hirngespinst gleichkommt und bald einmal als zerplatzter Pariser in die Geschichte eingehen wird. Die Dekarbonisierung würde bedeuten, dass wir noch 35 Jahre Zeit haben, unsere Autos, Flugzeuge, Schiffe, Heizungen auf Sonnenstrom umzustellen. Die neuen Containerriesen der Emma-Mearsk-Klasse verbrauchen am Tag 360 000 Liter Schweröl. Also Rotterdam-Shanghai und zurück 50 Tage macht sagenhafte 18 Millionen Liter. Zusammen verbrauchen die Schiffe dieser Erde mehr Treibstoff als alle Autos zusammen. Ein Jumbojet säuft 227 Liter Kerosin pro Minute. Also beim Flug in die USA und zurück plätschern 218 000 Liter Kerosin durch seine Motoren. Und immerhin sind permanent etwa 14 000 Flugzeuge in der Luft. Wie man das alles ohne Öl, Gas, Kohle oder Atom betreiben will, ist der Technik noch schleierhaft. Für die Politiker jedoch sonnenklar. Mit Strom aus der Steckdose vom LKW, und einem Tesla-Generator auf der Schwanzflosse, einem Windrad auf der Emma-Maersk und auf der Mittagsspitze. Und wenn das immer noch nicht reicht, halt unsere Wälder abholzen und die Scheitstöcke wieder in Betrieb nehmen.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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