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Leserbrief

Bundesgericht für Toleranz an Schulen

Ulrich Hoch, Grüschaweg 11, Triesenberg | 14. Dezember 2015

Kopftuchurteil

Die Reaktionen auf das Urteil des Bundesgerichtes fallen unterschiedlich aus. Entweder die Schule oder die Religion in ihrer fundamentalen Prägung. Vor diese Wahl stellte die Schulgemeinde St. Margrethen ein damals 12-jähriges Mädchen und ihre Eltern aus Bosnien, als dieses, nach den Sommerferien 2013, in Begleitung der Mutter mit einem Kopftuch, dem Hijab, zum Unterricht erschien. Vorgestern bestätigte das Bundesgericht, dass der Schülerin das Tragen des Kopftuches zu Unrecht verboten worden war. Viele sind empört. Das weltfremde Urteil unterstützt die Meinung religiöser Fundamentalisten und leistet den radikalen Auslegungen des Koran Vorschub. Die Fundamente unserer christlich-abendländischen Kultur geraten einmal mehr ins Wanken. Dem islamischen Fundamentalismus wird Tür und Tor geöffnet. Das Kopftuch hat an unseren Schulen nichts zu suchen. Es ist selbst unter Moslems ein sehr umstrittenes Symbol. Wer den Koran kennt, weiss, dass ein Kopftuchzwang mit keiner Silbe im Koran erwähnt ist. Ein Kopftuch zu tragen, wurzelt in der jüdischen orthodoxen Lehre und wurde von radikalen Muslimen teilweise übernommen. Es ist das Symbol schlechthin für die Unterdrückung der Frau – im Namen des Islam. Es diskriminiert ausschliesslich ein Geschlecht und missachtet Frauenrechte als universelle Menschenrechte. Kopftuch, Schleier und Burka diskriminieren Frauen, indem sie sie an einer freien, selbstständigen Teilhabe an der Welt einschränken, sie vom öffentlichen Leben ausschliessen und in der Abhängigkeit von ihren Männern nötigen. Das Kopftuch ist in vielen islamistischen Ländern, wenn es fehlt, der Grund für Gruppenvergewaltigungen. In Pariser Vororten gelten unverhüllte Frauen schon heute teilweise als Freiwild. Eine 17-jährige wurde sogar verbrannt. Dem dummen Geschwätz der Richter, das Mädchen würde es selbst wollen, das Kopftuch zu tragen, ist entgegenzuhalten, wer würde denn einem Mädchen helfen, wenn es dem Terror eines Vaters oder seiner Brüder ausgesetzt ist, bei Nichteinhaltung des Kopftuchzwanges. Das Urteil ist geradezu ein Affront für Integrationsbemühungen an Volksschulen. Es stellt eine Einladung an islamistische Kreise dar, weitere Forderungen zu stellen. Der radikale fundamentale Islam erkennt den modernen Staat in seiner Prägung nicht an. Der gönnerhaften «Pseudotoleranz» unseres Rechtsstaates ist Einhalt zu gebieten. Es geht um den Schutz unserer Werte und damit unserer Kultur.

Ulrich Hoch,
Grüschaweg 11, Triesenberg

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