Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Die andere Weihnacht

Franz Näscher, Pfr. i. R.,Kirchagässle 14, Bendern | 12. Dezember 2015

Mattäus überliefert in seinem Evangelium im Zusammenhang mit der Geburt Jesu: Noch in der Nacht stand Josef auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter (Mt 2,14). Sie waren zur Flucht gezwungen, weil Herodes das Jesuskind mit dem Tod bedrohte. Als die Weisen nicht zu ihm zurückkehrt waren, um ihm zu melden, wo er es finde, veranlasste er zu Betlehem den Kindermord (Mt 2,16-18). Jesus war durch die Flucht entkommen. Mit ihm und dessen Mutter war Josef nach Ägypten geflohen, für sie ein unbekanntes Land mit fremder Sprache und anderen Sitten.
Das gibt zu denken. Denn was Flucht bedeutet, erleben wir weltweit und seit Längerem angesichts der Abertausenden von Flüchtlingen, vertrieben durch Krieg und Todesdrohung. Auf der Flucht sein bringt Angst und Ungewissheit, Hunger und Durst, Schutzlosigkeit und Gefahr, Angewiesensein auf Hilfe und Entgegenkommen. Das ist in unseren Tagen die andere Weihnacht.
Anerkennung gebührt den Institutionen und allen Menschen, die Hilfe
leisten. Beim Feiern der Weihnachtszeit werden wir daran erinnert, dass Jesus als Kind Flucht und Fremde erlebt hat. Unsere Hilfe geschieht in seinem Namen. Er sagt uns: «Was ihr den Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan.» (Mt 25,40).
Besinnliche Advents- und Weihnachtstage wünscht,

Franz Näscher, Pfr. i. R.,
Kirchagässle 14, Bendern

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung