Leserbrief

Verdoppelung der Selbstkosten bis ins Jahr 2030

Gruppe «fL21» | 9. Dezember 2015

KVG-Abstimmung

Mit mehr Eigenverantwortung wird das neue KVG zum grossen Wurf! Dies der einhellige Tenor der KVG-Befürworter. In einem ersten Schritt heisst das für alle eine Erhöhung der Selbstkosten um 75 Prozent. Wie weit soll die Eigenverantwortung aber gehen? Sind die 1400 Franken erst der Anfang?
Hinter dem schönen Wort «Eigenverantwortung» steckt in Wirklichkeit eine Erziehungsmassnahme des Bürgers über den Geldbeutel. Und die Erziehungsmassnahme muss wehtun, wenn es nach dem Gesundheitsminister geht. Die Erhöhung des Selbstbehalts auf 1400 Franken ist erst der Anfang. Frei nach dem Motto: «Selber krank. Selber schuld. Selber zahlen.»
Gemäss Regierung geht es beim neuen KVG nicht um eine Kostenreduktion. Kranke und Senioren sollen die steigenden Gesundheitskosten mehr und mehr selber tragen. Damit diese einseitige Regierungsstrategie des Umverteilens zulas- ten der Schwächsten nur annähernd aufgeht, ist in 15 Jahren mit einer Verdoppelung der Selbstkosten zu rechnen. Im Jahr 2030 wären das rund 2500 Franken jährlich.
Die «Risikofaktoren» (KVG-Deutsch für Senioren und Kranke) werden diese Umverteilungsstrategie des neuen KVG in Zukunft besonders hart zu spüren bekommen. Das heisst, die Generation «50+» darf sich heute schon auf zukünftige Selbstkostenbeiträge in doppelter Höhe einstellen.
Mit grosser Propaganda und persönlichem Denunzieren versucht die Classe Politique das Hauptproblem dieser Revision zu vertuschen: Das neue KVG senkt die Gesundheitskosten um keinen Franken! Der wirkliche Grund dieser Revision wurde von den beiden Grossparteien schon im Jahr 2013 im Koalitionsvertrag auf Seite 10 festgeschrieben. Zitat: «Die Revision des KVG hat das Ziel, den Staatsbeitrag an die Krankenversicherung markant zu reduzieren.» Ein Nein zu dieser «Päckli-Politik» zulasten des Bürgers. Ein Nein zum neuen KVG!

Gruppe «fL21»

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