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Leserbrief

Das böse Spiel der Krankenkasse

Elisabeth Morina,Meierhofstrasse 19, Vaduz | 9. Dezember 2015

Gesundheitswesen

Vor vielen Jahren wurde mein Knie bei einem Autounfall sehr schwer verletzt. Seitdem meldet es sich oft mit Schmerzen und macht das Gehen sehr qualvoll. Mit etwas Therapie aber lassen sich diese Schübe gut überbrücken und ich kann meine täglichen weiten Spaziergänge, die mir helfen, meine sonst gute Gesundheit zu erhalten, gut ausführen. Dieses bisschen Physiotherapie zu bekommen, ist jedoch sehr nervenaufreibend, denn die Krankenkasse verlangt jährlich einen neuen ärztlichen Bericht. Und alljährlich legt sie mir die Mahnung vor, dass sie ohne diesen Bericht keine weitere Kostengutsprache für die Therapie bewilligen wird. Da der Zustand meines Knies auch der Krankenkasse bekannt ist und er sich auch nicht mehr bessern wird, liegt der Verdacht nahe, dass die Kasse dem Arzt gerne etwas Umsatz generieren möchte. Diese augenscheinliche Geldgier der «Krankenkassen-Arzt-Lobby» treibt jedoch seltsame Blüten. So schreibt die Krankenkasse meinem Physiotherapeuten am 9. November, dass sie eine weitere Kostengutsprache ablehnen würde, weil eine Operationsindikation gegeben sei. Was bedeutet, die Kasse zahlt nur noch, wenn ich ein künstliches Kniegelenk einsetzen lasse. Am 10. November, also einen Tag später schrieb die Kasse seltsamerweise an mich, dass sie für die Neubeurteilung der Kostengutsprache einen neuen ärztlichen Bericht benötigt. Ebenfalls müsse ich einen Bericht des Physiotherapeuten und ein MRI vorlegen.
Es ist schon ein starkes Stück, dass die Krankenkasse verlangt, ich müsse mir ein künstliches Kniegelenk einsetzen lassen, und mich dazu mit der Streichung ihrer Leistungen zwingen will. Es wäre ja interessant zu erfahren, was sie macht, wenn ich ihrer Forderung nachgebe und ich nachher noch mehr Therapien bräuchte. Aber vielleicht liegt ja genau darin des Rätsels Lösung. Mit der geforderten Operation bekommen der Chirurg und das MRI auch noch Umsatz. Und die Kassen können sich noch schönere Büros leisten und noch mehr Geld auf die Seite schaufeln. Und derweil erhöhen die Krankenkassen die Prämie, leisten sich teure Bürohäuser, paktieren mit ausgesuchten Ärzten, stocken ihre Reserven auf, degradieren den Versicherten zum Bittsteller, der um Almosen betteln muss.


Elisabeth Morina,
Meierhofstrasse 19, Vaduz

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