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Leserbrief

«KVG–Ja» als letzte Chance

Ossi ÖhriBeim Schleifweg 1, Schaanwald | 7. Dezember 2015

Hut ab vor dem Mut unseres Gesellschaftsministers. Aufgrund mei- ner früheren langjährigen Mitarbeit in parteipolitischen Gremien kann ich seine bisherige konsequente Leistung nur mit Bewunderung zur Kenntnis nehmen. Ich kenne die sanfte Beeinflussung von Regierungsmitgliedern und Landtagsabgeordneten durch Interessenvertreter – hier naturgemäss von Teilen der Ärzteschaft und deren Umfeld. Diese Kreise wirken im Hintergrund, und finanzieren die vorgeschobenen Gruppen, ob die nun «fL21», oder wie vor Jahren «Bürgerinitiative pro Landesspital» heissen.
Nach einem «Nein» würde sich die Gruppe «fL21» ebenso in Luft auflösen, wie es auch mit der «Bürgerinitiative pro Landesspital» geschah. Ein «Nein» löst wirklich keine Probleme, die Prämien werden weiter steigen, und die «schwarzen Schafe» können weiter auf der Wiese grasen, die ihnen von vorherigen politischen Gremien so grosszügig ausgelegt wurde.
Ein Lob auch dem Landtag, der erkannt hat, dass der jetzt gemeinsam mit der Regierung erarbeitete Vorschlag eine letzte Chance ist, dem unbändigen Kostenanstieg Einhalt zu gebieten. Ein höherer Selbstbehalt ist nun mal eine sehr effektive, schnell wirkende Massnahme, und hat auch etwas mit dem Verursacherprinzip zu tun. Es sind wohl eher die besser betuchten Versicherten, die durch eine übertriebene Inanspruchnahme des medizinischen Angebots entsprechende Kosten verursachen, die über die Prämie schlussendlich auch von allen mitgetragen werden müssen, auch den weniger gut Verdienenden. Die höhere Selbstbeteiligung ist der Anteil der Versicherten. Der andere Teil der KVG-Revision betrifft die Ärzteschaft, und hier vor allem die auch als «Power Seller» bezeichneten Personen, die mit ihren Umsätzen und Einkommen weit über dem Durchschnitt ihrer Berufskollegen im Land und der Region liegen.
Würde es eine andere Möglichkeit zur Eindämmung der Kosten geben, hätte dies die Gruppe «fL21» vor der Abstimmung darlegen können. Tut sie aber nicht, und trumpft mit Argumenten auf, die nun wirklich rein gar nichts mit der KVG-Revision zu tun haben. Deshalb kommt für mich bei dieser Abstimmung nur ein «Ja» infrage, sonst hat sich das Stimmvolk dieser letzten Chance zur Kurskorrektur selbst beraubt.

Ossi Öhri
Beim Schleifweg 1, Schaanwald

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