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Leserbrief

Renten sichern mit einem angemessenen Beitragssatz

Landtagsfraktion der Freien Liste | 5. Dezember 2015

BPVG-Revision

Liechtenstein ist ein attraktiver Unternehmerstandort: Das gilt nicht nur für Steuern, sondern auch für die Lohnnebenkosten. Im Vergleich mit der Schweiz steht Liechtenstein sehr gut da, wenn man auch die viel tieferen Beitragssätze in die betriebliche Pensionskasse betrachtet. Dies hat die Regierung in einer Beantwortung einer Interpellation der Freien Liste gezeigt.
Aus Sicht der Arbeitnehmer und der zukünftigen Pensionisten ist Liechtensteins Pensionsvorsorge bislang aber unattraktiv.
Die Pensionskasse reicht nicht für alle Pensionisten zur Existenzsicherung aus. Der Landtag diskutierte deshalb am Freitag über eine Vorlage zur Revision der betrieblichen Personalvorsorge. Für die Freie Liste war klar, dass die Beitragssätze erhöht werden müssen, so dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weniger stark belastet werden als die Arbeitgeber: Die Freie Liste fordert einen Satz von 4,5 zu 5,5 Prozent auf den Gesamtlohn.
Der Unternehmensstandort muss für alle Beteiligten attraktiv sein, auch für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer!
Die Regierung und einige Abgeordnete möchten den Beitragssatz bei 8 Prozent festlegen. Wir halten das für gefährlich.
In der Schweiz müssen Arbeitgeber stärkere Abgaben für ihre Mitarbeiter leisten. Über dem Rhein zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber über 40 Jahre im Minimum gesamt 12,5 Prozent ein. Schweizer Renten aus der Pensionskasse sind dadurch im Durchschnitt 50 Prozent höher als hierzulande. Dennoch reicht das vielen Schweizer Seniorinnen und Senioren nicht aus. Die Kosten für Ergänzungsleistungen für Pensionisten sind sowohl in der Schweiz als auch in Liechtenstein höher als die für Sozialhilfebezüger. In Liechtenstein wurden dafür im vergangenen Jahr 10 Millionen Franken aufgewendet.
Wenn sich die Mehrheit der Abgeordneten weiterhin für den tiefen Beitragssatz von 8 Prozent ausspricht, ist klar, was hierzulande passieren wird: Der Staat und die Gemeinden müssen auch in Zukunft für die versäumte Korrektur aufkommen. Der Landtag muss die Chance nutzen, eine existenzsichernde Altersvorsorge zu schaffen. Unsere Pensionisten sollen im Ruhestand nicht vom Sozialstaat abhängig werden, sondern von ihrem Altersguthaben würdig leben können. Dies ist mit einem wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort vereinbar.

Landtagsfraktion der Freien Liste

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