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Leserbrief

Der weisse Esel

Jo Schädler Eschnerstrasse 64, Bendern | 3. Dezember 2015

Zum «Weiss»-Heftchen

Nun hat der Zeichner des Comic-Heftchens «Weiss» wieder einmal sein Opfer gefunden. Einmal ist es ein frisch gewählter Abgeordneter mit langen Haaren, den die Freie Liste mit einem Hund gleichsetzt. Dann wird einer, der sich erhängt hat, pietätlos und zum Spass, bei dem man wohl noch lachen sollte, vorgeführt. Und dieses Mal ist Tierfutter Fabrikat Ospelt an der Reihe. Da scheisst ein Esel goldene Dukaten und jener, der sich am Geldbeutel vergreift, bekommt den Knüppel auf den Kopf geschlagen. Mangels eigener Fantasie musste sich der «Weiss»-Zeichner für diesen neuesten Blödsinn bei den Brüdern Grimm bedienen.
Fordern, denunzieren, aufhängen und draufschlagen sind wohl die einzigen Mittel, welche den Weissen einfallen, Wählerstimmen anzulocken. Oder etwa mit Schlaumeiersätzen von Barbara Jehle, die schreibt: Unternehmer tragen Risiken und Verantwortung für ihre Arbeitnehmer. Ach nee? Das wäre aber in Liechtenstein nicht immer so. Und sie meint, dass die Ospelt AG ihren Arbeitnehmern den Lohn durch die Euroumstellung um 9 Prozent gekürzt habe. Fairerweise erzählt Frau Jehle von etlichen weiteren Betrieben, welche Eurolöhne einführten. Selbstverständlich nicht mit deren Firmennamen und schon gar nicht mit einer Karikatur. Offenbar sind schützenswerte Objekte darunter.
Von einer Partei, in deren Jung-Parteibüchlein unter anderem steht: Wir sind jung, wir sind wild, wir wollen Liechtenstein verändern. Kultur sei ihnen wichtig und jeglicher Anfeindung anderer liessen sie keinen Millimeter Platz, ist das schon ein etwas wirres Gesudel. Aber nicht das einzige. So finden sich in dem Büchlein Sätze wie: Wir wollen uns lösen von der klassischen Parteipolitik. Diesen heroen Satz vergessen die Macher des Magazins «Weiss» tatsächlich jedes Mal aufs Neue. Und so wird wie fast immer auf die Unabhängigen eingeschlagen – auf Teufel komm heraus. Da fragt man sich, wo dieses zwanghafte Verhalten herstammt. Eine Erklärung ist, dass wenn es die Unabhängigen nicht gäbe, hätten die Weissen kein Feindbild, an welchem sie sich profilieren könnten. FBP und VU eigenen sich ja dummerweise nicht mehr dafür. Und vor allem hätte das «Weiss»-Magazin ohne diese «klassische Parteipolitik» nicht deren 16, sondern nur noch 7 Seiten. Den Esel, der auch das Hundefutter von Herbert Ospelt frisst, mitgerechnet.
Es wird niemanden erstaunen, wenn die Freie Liste auch noch auf die Idee kommt, den einbalsamierten Lenin für einige Jahre nach Liechtenstein zu holen, um seinen Geist wirken und gedeihen zu lassen.


Jo Schädler
Eschnerstrasse 64, Bendern

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