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Leserbrief

KVG und die Kostenbeteiligung chronisch Kranker

Ursula Havermann-BiedermannKreuzstrasse 10, Ruggell | 23. November 2015

KVG-Revision

In der Diskussion nimmt man seitens des Ministeriums eigentlich nur wahr, dass die Leistungserbringer und Konsumenten (Kranke) «geschult» werden sollen. Die Krankenkassen sind über jeden Zweifel erhaben. Das einzige, was bei ihnen kontrolliert wird, ist die Buchhaltung. Immer mehr Bürger stellen sich die Frage: Braucht es überhaupt drei Krankenkassen im Land? Warum keine Einheitskasse, wie es im Parteiprogramm der FBP seit Langem steht? In der Schweiz gibt es pro 80 000 Einwohner eine Krankenkasse. Bei uns für 37 000 Einwohner deren drei! Und für drei Krankenkassen brauchen wir natürlich auch einen Verband. Lächerlich! Für diesen bezahlen wir als Versicherte und Bürger jährlich viel, viel Geld für sinnlose Überverwaltung, Büros und gut dotierte Verwaltungsratsmandate (Jahresbeitrag der Regierung 180 000 Franken, den Rest zahlen die Versicherten). Noch vor einem Jahr hat Herr Pedrazzini sich eher positiv für eine Einheitskasse ausgesprochen und eine Prüfung dieser Variante zugesichert. Ist dieses Vorhaben im Postenschacher und der Ämtleverteilung untergegangen? Ich als Versicherter wünsche mir auch ein Gremium, das aus allen Partnern (Krankenkasse, Regierung, Leistungserbringer, Patientenvertretung) besteht. Ein Gremium, das effizient und in kürzester Zeit entscheiden kann, was zu tun ist, wenn es Differenzen gibt. Dienst am Kunden! Verhinderung von Missbrauch! Ich persönlich will auch weiterhin von einem Arzt meines Vertrauens behandelt werden und nicht von Ökonomen aufgrund statistischer Überlegungen. Darum ein klares Nein zum neuen KVG, als Auftrag an die Politik, ein bürgernahes, menschliches und wirklich kostensparendes Gesetz zu erarbeiten.


Karl Jehle,
Runkelsstrasse 29, Triesen

Der Liechtensteinische Krankenkassenverband LKV behauptet in seinem Leserbrief vom 20. 11. 2015:
«Die Befreiung der chronisch Kranken von der Kostenbeteiligung bleibt auch mit der KVG-Reform bestehen. Auch nach der KVG-Reform zahlen chronisch Kranke 0 Franken bei jeglichen Behandlungen.» Das ist falsch: Chronisch Kranke sind in Liechtenstein nicht in jedem Fall von der «Kostenbeteiligung» befreit. Die Koronare Herzkrankheit (KHK) ist bekanntlich eine der häufigsten chronischen Erkrankungen in der Gegenwart. Dennoch sind die an der KHK Erkrankten definitiv nicht von der «Kostenbeteiligung» befreit.
Insoweit wird die Öffentlichkeit wissentlich falsch informiert.

Ursula Havermann-Biedermann
Kreuzstrasse 10, Ruggell

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