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Leserbrief

Ansichten zur Rhein-Erweiterung und zum Flüchtlingswesen

Wilfried Nägele,Landstrasse 52, Triesenberg | 18. November 2015

Aktualitäten

Nach dem Rheineinbruch (25. September 1927) hat die betroffene Bevölkerung grösstenteils in Handarbeit den Rhein ins heutige Flussbett zurückversetzt. Seither fliesst er wieder als Silberband und natürliche Grenze zur Schweiz ins «Schwäbische Meer», den Bodensee. Unser Ministaat besitzt nur sehr wenig Landwirtschafts- und Anbauflächen, die unbedingt erhalten werden müssen, damit ein kleiner Prozentsatz an Eigenversorgung besteht. Durch die stetige Zunahme der Bevölkerung wird immer mehr Bauland benötigt. Eine Rheinerweiterung auf unserem Staatsgebiet ist eine Utopie. Bereits heute müssen junge Liechtensteiner in den angrenzenden Schweizer Kantonen, Bauland erwerben, weil es in Liechtenstein zu teuer ist. Wollen wir einen Raubbau zum Nachteil unserer Enkel begehen?
Eine Rheinerweiterung auf unserem Staatsgebiet ist ein Eingriff in eine intakte Umwelt und ein unnötiges, finanzielles Abenteuer. Brauchen wir doch in der derzeitigen, hektischen Entwicklung unsere Steuergelder für die undurchsichtigen Probleme im Pensionskassen- und Postskandal. Mit Pensionskürzungen und der Streichung der Freibeträge für Rentner im Steuerwesen werden diese Probleme nicht gelöst. Liechtenstein und den betroffenen Gemeinden fehlen für unnötige Projekte die notwendigen Landflächen und die finanziellen Mittel.
Zum Flüchtlingswesen: Liechtenstein soll im Rahmen seiner Möglichkeiten helfen. Bereits sind grös­sere Geldspenden gemacht worden. Eine Übernahme von Flüchtlingen (Familien) in einem unserem Grössenverhältnis angepassten Rahmen ist möglich. Als Minikleinstaat sind wir aber in unseren Möglichkeiten sehr eingeschränkt. Unser Ausländeranteil beträgt bereits ein Drittel der Bevölkerung. Mit dem Flüchtlingsstrom nach Europa steigt auch die Terrorgefahr. Wir müssen daher Mittel und Wege finden, die derzeitige Entwicklung in den Griff zu bekommen und auf Gemeinde- und Landesebene die notwendigen Schritte einleiten.

Wilfried Nägele,
Landstrasse 52, Triesenberg

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