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Leserbrief

Gut zu wissen

Ruth Schöb,Auring 57, Vaduz | 3. November 2015

KVG-Revision

Frau Monika Gassner nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass ich Sie nie aufgefordert habe, Herrn Dr. Mauro Pedrazzini zu danken, geschweige denn zu kriechen. In Ihrem gehässigen Leserbrief vom 30. Oktober 2015 geht es leider nicht um die Gesundheitsreform, sondern um Neid und Missgunst. Es wird wohl Ihr Geheimnis bleiben, warum Sie die S-Bahn, die Olma und den LED im Zusammenhang mit der Gesundheitsreform erwähnen. Falsch ist auch Ihre Aussage, dass die Schweizer Rentner 700 Franken mehr erhalten. Meine Recherchen haben ergeben, dass die Maximalrente für Einzelpersonen in der Schweiz 12 x 2350 Franken und in Liechtenstein 13 x 2320 Franken beträgt. Ich kann Ihnen nur raten, sich in Zukunft besser zu informieren, damit Sie Ihre Glaubwürdigkeit wieder zurückgewinnen können.

David Vogt,
Rheinstrasse 54, Balzers

Ausgerechnet die Billigkrankenkasse Assura erhöht 2016 ihre Prämien um nicht weniger als durschnittlich 9,3 Prozent, wie sie gestern bekanntgab. Zum Vergleich: Gesamtschweizerisch steigt die Standardprämie um 4 Prozent. Diese bezeichnet die Grundversicherung für einen Erwachsenen mit 300 Franken Franchise und Unfalldeckung. 148 000 Kunden konnte die Assura allein im letzten Kassenwechselherbst dazugewinnen – ein Plus von fast 20 Prozent. Die Billigkasse ist heute mit 910 000 Kunden der viertgrösste Grundversicherer der Schweiz.
Früher wechselten vor allem junge, gesunde Kunden zur günstigen Krankenkasse – und verursachten dieser in der Regel wenige Kosten. Nun zieht Assura vermehrt auch Kunden mit hohem Risiko an, welche die Krankenkassenleistungen stark in Anspruch nehmen. Dies habe die Prämienerhöhung nötig gemacht. In einem Communiqué nennt die Krankenkasse neben dem veränderten Kundenprofil zusätzlich die «rasant steigenden Gesundheitskosten» sowie gesetzliche Änderungen, etwa bei der Behandlung von Schwangeren, als Grund für den Prämienanstieg.
Am stärksten steigen die Prämien für Assura-Kunden im Kanton Jura (+14,1 Prozent). Der Gesamtanstieg der Prämien um durchschnittlich 8,2 Prozent in diesem Kanton hänge damit zusammen, dass fast die Hälfte der Einwohner bei Assura versichert seien – deren Prämien nun überdurchschnittlich steigen.
Ihr Image der Billigkasse streift die Assura also ab.
Viel Geld für Risikoausgleich: Trotz der erheblichen Prämienerhöhungen werde Assura «mit Abstand die günstigste Krankenkasse bleiben», sagt der Krankenkassenexperte. Heute bietet Assura gemäss eigenen Aussagen für Versicherte mit der höchsten Franchise von 2500 Franken in 23 Kantonen die günstigste Grundversicherung an, darunter Bern und Zürich. Im kommenden Jahr werde Assura durchschnittlich 10 Prozent tiefere Prämien als im nationalen Schnitt anbieten, kündigte die Krankenkasse an. Gleichzeitig bleibt die Assura wichtigste Beitragszahlerin für den Risikoausgleich: Als Krankenkasse mit wenigen kostenintensiven Versicherten musste Assura vergangenes Jahr mehr als 573 Millionen Franken in den Topf einzahlen – fast 30 Prozent ihrer Prämieneinnahmen. (Quelle: «Tages-Anzeiger»)
Da zeigt sich deutlich, wie komplex und unberechenbar die Prämienberechnungen sind und wie schnell sich alles ändern kann innerhalb einer Versicherung. Ein Grund mehr, die KVG-Revision grundsätzlich neu zu überdenken und in eine tragfähige, solidar verträgliche Form zu bringen durch neue Ideen; wie zum Beispiel lohnabhängige Prämien.


Ruth Schöb,
Auring 57, Vaduz

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