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Leserbrief

Die KVG- Referendumsillusion

Norbert Batliner,Ziegeleistrasse 40, Nendeln | 29. Oktober 2015

KVG-Referendum

Diesen gehässigen Forumsbeitrag des Seniorenbundes an die Adresse von Dr. Mauro Pedrazzini habe ich mit Bedauern und grosser Enttäuschung zur Kenntnis genommen. Seit Jahren beklagen wir uns alle über die hohen Krankenkassenprämien. Endlich haben wir einen Gesundheitsminister, der dieses Problem mutig angepackt hat und dem Landtag eine Gesundheitsreform unterbreitete, die von der überwiegenden Mehrheit der Abgeordneten gutgeheissen wurde. Für diese Arbeit hat Dr. Mauro Pedrazzini ein Dankeschön und nicht böse Leserbriefe und Forumsbeiträge verdient. Nehmen wir uns doch ein Beispiel an unseren Vorfahren, die auf vieles verzichtet haben, um ihren Kindern und Enkelkindern eine bessere Zukunft zu gestalten. Wir leben seit Jahren im Überfluss und auf Kosten unserer Jugend. Das kann und darf längerfristig nicht unser Ziel sein.
Die Behauptung, dass diese KVG-Revision die ältere Generation sehr stark belastet, ist falsch. Rentner mit geringem Einkommen bekommen Prämienverbilligung, neu wird damit auch die Kostenbeteiligung subventioniert, sodass für diese Rentner entweder eine Entlastung oder nur eine sehr geringe Mehrbelastung entsteht. Geben wir dieser Gesundheitsreform eine Chance, vertrauen wir auf das Parlament und den Gesundheitsminister, bevor es zu spät ist.

David Vogt,
Rheinstrasse 54, Balzers

Es ist dem Gesundheitsminister gelungen, mit viel Engagement einen Gesetzesvorschlag relativ klar durchs Parlament zu bringen. Das allein ist schon ein grosser Verdienst, denn Reformen im Gesundheitswesen werden von vielen Spielern bekämpft.
Wenn die Initianten des Referendums nun glauben, dass die Liechtensteiner mit der Ablehnung des jetzigen Vorschlages bald eine bessere Lösung präsentiert bekommen, so geben sie sich Illusionen hin. Es wird keinem Minister je gelingen, einen Gesetzesvorschlag auszuarbeiten, der allen passt. Es gibt immer gewisse Gruppierungen, die sich benachteiligt fühlen werden. Wird die jetzige Version abgelehnt, so werden Jahre vergehen, bis vielleicht ein neuer Vorschlag auf dem Tisch liegt. Beim nächsten Entwurf werden sich die Jäger und Veganer mit den Imkern und Atheisten zusammenrotten und dagegen Sturm laufen. Als Folge werden die KK-Prämien weiterhin jährlich ansteigen und es sind die Jungen, die langfristig den Preis dafür bezahlen. Die Initianten müssten auch wissen, dass man gegen stetig steigende Prämien kein Referendum ergreifen kann. Eine Lösung ist meistens dann gut, wenn alle Betroffenen etwa gleichermassen unzufrieden sind.

Norbert Batliner,
Ziegeleistrasse 40, Nendeln

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