Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Post AG: Ein Fass ohne Boden?

Alexander Batliner,Fürstenfeld 6, Mauren | 28. Oktober 2015

Post-Debakel

Unabhängig der Vergangenheit der Post AG stellt sich auch die Frage nach der Zukunft: Wenn man den Bericht der Regierung liest, kann man nur zum Ergebnis kommen, dass die Post über kurz oder lang weitere Millionen aus der Staatskasse benötigen wird. So schreibt die Regierung: «Zusätzliches Kapital von CHF 12 Mio. bringt das Eigenkapital der Post wieder auf CHF 5.6 Mio., was in etwa der Ausgangssituation im Jahr 2000 entspricht. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass im Gegensatz zur damaligen Situation die Nettoverschuldung der Post sehr hoch ist. Die Nettoverschuldung setzt sich im Wesentlichen aus dem Darlehen der Schweizerischen Post in Höhe von CHF 13.5 Mio. (für die Ausfinanzierung der PVS) sowie Bankschulden zusammen.» Somit müsse die Post in den nächsten Jahren daran arbeiten, die Verschuldung durch positive Ergebnisse zu reduzieren. Doch diese positiven Ergebnisse werden nicht allzu üppig ausfallen, wie die Regierung erwähnt: «Die Regierung ist sich bewusst, dass die Herausforderungen für die Post in Zukunft nicht kleiner werden. Die Post ist in einem sich schnell verändernden Markt tätig, in dem insbesondere das profitable Kerngeschäft weiter unter Druck stehen wird. […] Es wird somit entscheidend sein, dass die Post den Universaldienst bei hoher Effizienz, aber auch hoher Qualität erbringt. Gleichzeitig muss sie neue Ertragsquellen finden, um für die Zukunft gerüstet zu sein.» Bei diesen neuen Ertragsquellen werden unter anderem erneut die Steuerzahler zur Kasse gebeten, wie die Regierung schreibt: «Die Post wird, um ihren Service aufrechterhalten zu können, in vielen Bereichen bisher kostenlose Dienstleistungen kostenpflichtig machen bzw. die Preise von Dienstleistungen erhöhen müssen. Nur durch solche zusätzlichen Massnahmen wird sich der Universaldienst weiterhin finanzieren lassen». Und trotzdem wird die Verschuldung – wenn überhaupt – nur tröpfchenweise abgebaut werden können. «Die Post geht unter diesen Annahmen davon aus, dass für die Jahre 2016 bis 2018 ein jährliches Ergebnis von CHF 1 bis 2 Mio. erreicht werden kann. Es wird aber aufgrund des immer stärker umkämpften Marktumfeldes, den Veränderungen im Kerngeschäft sowie der Aufrechterhaltung eines umfassenden und kostenlosen Service public herausfordernd bleiben, diese Ergebnisse nachhaltig zu erreichen», so die Regierung.
Diese Aussagen der Regierung zeigen deutlich auf, dass die Sanierung der Post auf wackligen Beinen steht. Die Regierung wird wohl über kurz oder lang nicht darum herum kommen, der Post weitere Finanzspritzen zu gewähren. Zudem wird irgendwann die Schweizer Post ihr Darlehen über 13.5 Mio. Franken zurück haben wollen, für welches das Land eine Bürgschaft gewährt hat und deshalb zahlen wird müssen. Kurzum: Die Post AG ist ein Fass ohne Boden. Unter diesen Vorzeichen ist es für mich unverständlich, dass der Verkauf der Post AG an die Schweizer Post, gekoppelt mit einer Leistungsvereinbarung zur Aufrechterhaltung des Service public, keine Alternative darstellt. Dies wäre jenes Erfolgsmodell, welches bis ins Jahr 2000 bestens funktionierte. Zudem hätte es den Vorteil, dass keine weiteren Steuergelder für ein Unternehmen aufgebracht werden müssten, das auf einem viel zu kleinen Markt tätig ist, um nachhaltig wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

Alexander Batliner,
Fürstenfeld 6, Mauren

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung