Leserbrief

Betrug am Pensionisten!

Kurt Alois Kind, Essanestrasse 612, Eschen | 22. Oktober 2015

Flüchtlingspension eines 20-Jährigen: 2960 Franken monatlich. Meine Pension, nach 39 Jahren AHV-Beiträge einzahlen: 1920 Franken monatlich. (Ich habe als selbstständiger Unternehmer keine Pensionskasse.)
Nun im Detail: Mein Beitrag zum Flüchtlingsthema war, dass ich drei junge Männer aus Somalia und Äthiopien bei mir zu Hause aufgenommen habe. Um ihnen bei der Integration zu helfen, versuchte ich nicht nur, ihnen mit 40 Fahrstunden, das Autofahren beizubringen sondern auch, sie in den Arbeitsprozess zu integrieren (HPZ-Werkstätten). Nachdem mir die jungen Männer aber bald den Warnfinger zeigten mit dem Vermerk, dass ich sie niemals mehr zur Arbeit anhalten dürfe, gab ich auf. In dieser Zeit hatte ich regen Kontakt mit der Amtsstelle für Flüchtlingsfragen. Auch dort sagten die Männer zur Amtsleiterin, dass sie nicht daran denken zu arbeiten, weil sie selber, die Leiterin, sitze ja auch nur den ganzen Tag am Schreibtisch und tue nichts. Und: Die Flüchtlinge bekamen einen Anwalt auf Steuerkosten, der klarmachte, dass es ein Gesetz gäbe, wonach den Flüchtlingen der monatliche Betrag auch bei Arbeitsverweigerung zusteht!
Ich bat die Sozialarbeiterin um eine Gesprächsrunde bestehend aus dem Flüchtlingsanwalt, dem Flüchtlingsheimleiter, dem verantwortlichen Regierungsmitglied sowie dem HPZ-Leiter, um alles zu klären. Aber so ein runder Tisch ist scheinbar nicht möglich! Die Herrschaften bedienen sich der «Vogelstrausspolitik»! Auch habe ich mit Landtagsabgeordneten diesbezüglich Kontakt aufgenommen – auch das war umsonst.
Ich glaube nicht, dass man Flüchtlinge jemals in unser Leben und vor allem in unsere Arbeitswelt unter solchen politischen Voraussetzungen integrieren kann. Ihnen wird in unserem Land das Doppelte zugesichert, was in Österreich zum Beispiel einem guten Angestellten netto ausbezahlt wird. Was für ein Irrsinn! Und auf der anderen Seite will man den Pensionisten, die zum Aufbau unseres schönen Landes beigetragen haben, die Rente kürzen.
Liechtenstein tut gut daran, sein humanitäres Getue zum Flüchtlingsthema auf den Prüfstand zu stellen und über den Tellerrand hinauszublicken. Wenn wir weiterhin den Zugriff auf unser Sozialsystem für auswärtige Bürger lukrativer als für uns Liechtensteiner gestalten, wird dieses bald zusammenbrechen. Auch gilt es, die dadurch ausgelöste Gefahr eines politischen Rechtsrucks (siehe Schweiz!) rechtzeitig zu verhindern. Sonst haben wir alle nichts davon. Weder wir noch die Flüchtlinge!

Kurt Alois Kind, Essanestrasse 612, Eschen

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