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Leserbrief

Werden die Kosten (...) durch erhöhte Selbstbeteiligung der Versicherten gesenkt?

Dr. med. Marco Ospelt,Dröschistrasse 9, Triesen | 20. Oktober 2015

KVG-Referendum

Ich kann nur hoffen, dass das Stimmvolk diese fiesen Tricks durchschaut, mündig agiert und das Referendum durch viele gesammelte Unterschriften in den nächsten Tagen zustande kommt.
Die darauf folgende Volksabstimmung ist die beste Möglichkeit, in naher Zukunft zu einer neuen KVG-Revision zu kommen, die für Arzt und Patient verträglich ist. Eine KVG-Revision, die solidarisch ist für alle Patienten, ob jung oder alt, schwerkrank oder nie krank. Eine neue Revision, die ein gerechtes, (kein willkürliches) Kündigungssystem der OKP-Verträge beinhaltet, ein System, das wirklich durchdacht ist und weitgehend Prämien sparen kann. Aber sicher nicht auf Kosten des Mittelstandes, der alten Menschen, die nicht alle reich sind und schon gar nicht auf dem Buckel der Schwerkranken.
Es stimmt übrigens nicht, was der Ärzteschaft vorgeworfen wurde, dass sie sich durch Gründung einer Praxis-AG aus der Verantwortung der Solidarität stiehlt und so zu Abzockern wird. Die Praxis-AG bezahlt eine vorgeschriebene Steuer, der Lohn des Arztes wird versteuert und der Gewinn der AG.
Kein Liechtensteiner sollte sich durch Politik, Polemik oder Horrorszenarien durch den Kassenverband einschüchtern lassen, er sollte als mitdenkender Bürger durch eine Volksabstimmung entscheiden, ob er für die jetzige mangelhafte KVG-Revision ist oder sich eine bessere Version wünscht.


Ruth Schöb,
Auring 57, Vaduz

Regierung und Landtag versuchen im neuen Krankenversicherungsgesetz, die Kosten im Gesundheitswesen zu senken, indem sie die «Selbstverantwortung» der Versicherten stärken. Sie glauben, diese erhöhte Eigenverantwortung für das Handeln beim Bezug von Leistungen im Gesundheitssystem dadurch zu erreichen, dass sie die Beteiligung an den Kosten des Systems für den einzelnen Versicherten anheben. Nach ihrer Meinung würden die Versicherten weniger Leistungen beziehen, wenn sie einen höheren Anteil der Kosten direkt selbst bezahlen müssten. Dadurch würden dann die Kosten im System gesenkt?
Die neueste Statistik der OECD weist nach, dass die höchsten Kosten im Gesundheitswesen in jenen beiden Ländern anfallen, welche die höchste Selbstbeteiligung der Einwohner an diesen Kosten kennen: nämlich die USA und die Schweiz. Diese Tatsache deutet nicht gerade auf einen massiven Spareffekt der Selbstbeteiligungen hin. Die Resultate dieser Gesundheitsstatistik der OECD stellen die Meinung in Frage, man könne Gesundheitskosten sparen, wenn man nur die Bürger stärker selbst für den Bezug von Leistungen aus dem Gesundheitssystem bezahlen lasse!

Dr. med. Marco Ospelt,
Dröschistrasse 9, Triesen

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