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Leserbrief

Überschuss der Krankenkassen

Ruth Schöb Auring 57, Vaduz | 19. Oktober 2015

KVG Teil 1

In einem meiner Leserbriefe habe ich dies schon vermutet, nun bestätigt der Bericht der Gruppe fl21 meine Befürchtung, indem sie schreiben «Während wir Prämienzahler seit Jahren immer mehr zur Kasse gebeten werden, häufen die Liechtensteiner Krankenkassen im gleichen Zeitraum Millionen an Überschuss an. Die Krankenkassen sitzen allein für die Krankenpflegeversicherung auf einem fetten Polster von 53 Millionen Franken. Geld, das wir als Prämienzahler einbezahlt haben und das somit uns gehört. Der Gesetzgeber schreibt als Mindestreserve 15 Prozent der jährlichen Gesundheitsleistungen vor. Das wären 2014 ca. 25 Millionen gewesen. Somit bunkern die Krankenkassen mehr als das Doppelte von unserem einbezahlten Geld als nötig, nämlich 28 Millionen Franken zu viel.»
Wie nennt man dies? Ganz gelinde gesagt, fühle ich mich als Patient betrogen und es macht mich wütend. Wir werden doch regelrecht für dumm verkauft. Scheinbar kümmerte dies weder Politik noch Landtag, es wird einfach verschwiegen. Kein Mensch hat bisher von diesem Überschuss jemals gesprochen oder geschrieben. Geschweige denn davon, dass dies der Beitrag der Krankenkassen wäre zur Prämienverbilligung. Man könnte sich auch ganz konkret fragen, was die Kassen mit diesen, unseren Überschüssen tun? «Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.» Hauptsache wir werden dank der neuen KVG-Revision über den Geldbeutel erzogen. Die Krankenkasse ist für mich ein Vertragspartner, ein Geschäft, wie jedes andere auch, das sich an Gesetze zu halten hat. Ich bezahle und bekomme dafür eine Gegenleistung, da möchte ich weder betrogen noch erzogen werden und schon gar nicht mich schämen müssen, Leistungen zu beziehen, da ich ja scheinbar ständig und wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt renne. Ich bin auch keine Bittstellerin bei der Kasse, auch nicht, wenn ich eine teure Kranke werde. Ich habe mir meine Krankheit weder gewünscht noch ausgesucht. Weiter schreibt die Gruppe fl21: «Die jährlich im November verkündete Prämienerhöhung müsste also bei Weitem nicht so hoch ausfallen, wenn die Kassen besser kalkulieren würden. Wir Prämienzahler haben in den letzten Jahren 28 Millionen Franken zu viel Prämien bezahlt. So kommt uns nicht das Referendum teuer zu stehen, wie vom Krankenkassenverband gedroht, sondern die Prämienpolitik der Kranken-kassen.»

Ruth Schöb
Auring 57, Vaduz

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