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Leserbrief

Unterhinter- vordergrund

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 15. Oktober 2015

Öffentliche Bauten

Wie aus heiterem Himmel droht nach Triesen nun auch noch das neue Schulzentrum Mühleholz in sich zusammenzufallen. Ausgerechnet jenes Bauwerk, bei welchem der Architekt die Schräglage zum Inbegriff architektonischen Übersinns erhob und damit imposant demonstrierte, dass die Architektur immer Herrscher über das ungebildete Zahlvolk, sprich dem dümmlichen Steuerzahler, bleiben wird. Und mit aller Garantie wird es sein, dass auch beim nächsten öffentlichen Gebäude die Architektur zur Kunst erhoben wird und dass jener Dummkopf, welcher alles bezahlt, dort in sein Eigentum nicht einmal einen Nagel einschlagen darf. Bei Zusammensturz von dem Furz aber er, der dumme Nichtnagler, voll zum Zuge kommt. Geschieht ihm aber recht, dem Depp.
Wieder einmal ein weiterer grosser Furz entwickelt sich derzeit an der Eschnerstrasse. Alles lobt den Baufortschritt und den Fleiss. In der Zeitung stand sogar, dass diese Reparatur ein Novum für Liechtenstein wäre, denn erstmals wäre alles bis ins Detail durchgeplant. An die Unternehmer wurden Terminvorgaben erlassen, dass denen Hören und Pflastern vergeht. Von einem Novum an die Qualitätsvorgaben war weit und breit kein Wort zu lesen. Ist auch nicht notwendig, denn sie muss ja nur 15 Jahre Legislaturen durchhalten, weil erst dann saniert würde. Damit bekommt der rettende Generationenwechsel sein Erbe und seinen Sinn eingepflanzt.
Tatsächlich sticht der grobe Unfug, der sich dort abspielt, dem Beobachter sofort ins Auge. Es ist da so, wie wenn man ein altes rostiges Auto einfach neu überspritzt. Eine Totalsanierung lässt sich mit dem für das Land selbstmörderischen Sparprogramm des Regierungschefs nicht vereinbaren, denn bald sind Neuwahlen und ohne schwarze Zahlen würden es schlechte Wahlen. Also greift er zum Mittel des für ihn Erfolgversprechendsten.
So werden dort lediglich die alte Asphaltdecke entfernt, die Randsteine neu gesetzt und die dringendsten Kanalrohre ausgetauscht. Dann wird der alte, vollständig ungeeignete Rheinkies mit schlechtem Dreck als Untergrund neu eingewalzt und darüber asphaltiert. Kein ordentlicher Unterbau mit tiefer Kofferung und Bruchkiesschotterung, dem tragenden Fundament, welches die Fahrbahn lange haltbar machen würde. Dann pflastert man die obligaten Schrebergärten mitten in die Fahrbahn und fertig ist das Blendwerk. Ob der Termin- und Kostensicherheit wird ein Buch geschrieben, ein rotes Band versaut und die Macher des Ganzen für die nächsten Wahlen mit Lorbeeren behängt. Hurra.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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