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Leserbrief

«Familien-Synode»

Sr. Alma Pia, ASC,Kloster St. Elisabeth, Schaan | 10. Oktober 2015

Glaube

Wie werden die Bischöfe aufgrund der Ergebnisse der weltweiten 1. und 2. Umfrage entscheiden? Die Diskussionen – vor allem unter den «Roten und Violetten» – lassen einen «heissen» Oktober im Vatikan vermuten! Beten wir, dass der Hl. Geist gehört und verstanden wird, und dass auch das «Fussvolk» auf Seine Stimme hört im Bewusstsein, dass «Gottes Mühlen langsam aber sicher mahlen». Der Graben zwischen den sog. Progressiven und Konservativen ist tief. Recht haben jene, die Jesu Leben und Lehren zum Vorbild nehmen und sich nicht an die Buchstaben des Kirchenrechts oder an die noch härtere «traditionelle Auslegung» klammern. Ich denke gern an die heissen Diskussionen um das Konzilsdokument Nostra Aetate, das «alles Gute in andern Religionen» hochschätzt. Der barmherzige Gott kann doch seine irrenden Kinder nicht verdammen! Damals wie heute vollzog sich in der Kirche ein Paradigmenwechsel, Suche nach neuen Werten, die leben helfen. Diesmal geht es um die Familie – und Gottes Barmherzigkeit. Hoffentlich bedenken die «Buchstabentreuen», dass mit dem Ausschluss der Eltern auch deren Kinder der Kirche entfremdet werden! Den ersten un-christlichen Paradigmenwechsel vollzog Kaiser Konstantin, als er das Christentum zur Staatsreligion erklärte: Lehre und Beispiel Jesu (vgl. Phil 2,5) standen Kopf. Jesus hatte seinen Jüngern ausdrücklich verboten, sich durch Titel, Kleidung und Verhalten über andere zu erheben; sie sollen dienen wie er! Papst Franziskus folgt Jesus überzeugend. Und das Frauenpriestertum? Jesus ehrte und verteidigte die Frauen: sie standen unter seinem Kreuz, ihnen erschien der Auferstandene zuerst und er beauftragte M. Magdalena, es den «Brüdern» zu melden. Frauen wären kaum bessere Priester als Männer, wohl aber eine fruchtbare Ergänzung. Es geht um die Nachfolge Jesu, um das Heil aller Menschen, nicht um «erste Plätze». Im Kloster haben wir längst alle Titel, Privilegien, Uniformen abgeschafft und fühlen uns wohl auf Augenhöhe.

Sr. Alma Pia, ASC,
Kloster St. Elisabeth, Schaan

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