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Leserbrief

VW-Abgase und Motorrad-Lärm

Verkehrs-Club Liechtenstein (VCL) | 9. Oktober 2015

Fahrzeugbranche

Grosse Aufregung wegen der VW-Trickserei mit Abgaswerten. Und warum keine Aufregung wegen der Lärm-Tricks der Motorrad-Hersteller? Wer wurde nicht schon durch gewisse Motorradfahrende mit ohrenbetäubendem Lärm beglückt? Recht oft im Alpengebiet. Und manchmal auch mitten in der Nacht! Gilt nicht auch bei uns, dass FahrzeugführerInnen «jede vermeidbare Belästigung durch Lärm» zu unterlassen haben?
Im Bericht des Bundesamts für Strassen ASTRA zur Umsetzung der Motion Nr. 06.3421 vom 6.8.2013 «Übersicht über die aktuelle Situation betreffend Abgas- und Lärmverhalten sowie Vorschriften und Prüfverfahren der Motorräder und Motorfahrräder» steht in der Einleitung unter anderem: «Es ist klar, dass dies (weniger Lärmemission) nur mit strengeren Abgas- und Geräuschvorschriften möglich ist, wie sie von der EU erst kürzlich beschlossen und von der Schweiz gleichzeitig eingeführt werden. Ebenfalls festgestellt wurde, dass an Motorrädern oder Motorfahrrädern nachträgliche, illegale Änderungen vorgenommen werden (zum Beispiel Abänderungen zur Soundoptimierung, Ersatz von Schalldämpfern durch Ausführungen ohne Katalysator), die zur Erhöhung der Abgas- und Geräuschemissionen führen. Mit Euro 4 ab 2016 und Euro 5 ab 2020 werden auch die Lärm-emissionsvorschriften mit neuen Messverfahren verschärft. Darin enthalten ist auch ein Verbot von Umgehungseinrichtungen, welche im Prüfzyklus (zum Nachweis der Vorschriftskonformität) ein anderes Emissionsverhalten des Motorrads bewirken als im normalen Fahrbetrieb (zum Beispiel Auspuffklappen, defeat devices etc.).»
VW lässt grüssen. Denn im Bericht heisst es zu vorgeschriebenen Prüfbedingungen: «In diesem Fall erkennt die entsprechend programmierte elektronische Motorsteuerung der Motorräder, dass eine offizielle Geräuschmessung erfolgt (Zykluserkennung) und schliesst im Auspuff eine Klappe, welche das Geräusch auf den gesetzlich vorgeschriebenen Wert limitiert.» Während die Motorräder heute bei der unrealistischen Typenprüfung die Lärmemissionsvorschriften von 80 Dezibel (so laut wie ein Lastwagen) einhalten, werden sie also bei realer Fahrweise richtig ohrenbetäubend laut, viel lärmiger als offiziell erlaubt. Wir haben im Land einen Hersteller von Lärmmessgeräten. Es ist also einfach für unsere Polizei, sich das richtige Gerät zu beschaffen. So kann sie Vorbeifahrmessungen an exponierten Stras-sen durchführen und für mehr Ruhe sorgen.

Verkehrs-Club Liechtenstein (VCL)

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