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Leserbrief

«Fatale Absonderungen»

Eva Rieger,Fürst-Johannes-Strasse 1, Vaduz | 7. Oktober 2015

Flüchtlingskrise

Prügeleien unter Flüchtlingen, aus welchen Gründen auch immer. Bereits Tuberkulosefälle in einem Flüchtlingslager in der Nähe von Biel am Rhein. Handel im Ausland mit weggeworfenen syrischen Pässen, und so weiter: Die Exekutive ist in vielen Ländern überfordert. Ebenso die Hilfsorganisationen, die Ärzte, die Feuerwehr und andere freiwillige Helfer. Diesen allen ein Dankeschön an dieser Stelle.
Es ist nicht herzlos, wenn man frühzeitig das eigene Land sichert und sich entsprechend durch genauere Kontrollen vorbereitet. Flüchtlinge machen keinen Halt, wenn die Grenzen offen sind. Wer in eine Hilfseuphorie verfällt und vor lauter Realitätsverlust an einen Punkt kommt, wo man sagen muss: «es geht nicht mehr, wir können nicht mehr», dann ist es zu spät. Denn Deutschland, Österreich sowie andere europäische Länder haben diesen Punkt bald erreicht.
Was kommt dann? Hunderttausende sind nachweislich auf dem Weg. Wer darf bleiben? Wer kommt wohin? Was passiert mit denen, die wochenlang bereits hier sind und wieder gehen sollen/müssen? Wie viel Unterbringungsmöglichkeiten gibt es? Damit meine ich keine Notunterkünfte. Welche maximale Aufnahmekapazität steht im Falle eines Falles zur Verfügung? Die Flüchtlinge halten sich nicht an die von Merkel ausgegebenen Aufnahmezahlen!
Das alles sollte man sich nicht fragen, wenn es so weit ist, sondern vorher. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Handeln besser als nur reden. Hussain al Mohamad ist zweimal plötzlich da. Einmal illegal ohne Kontrolle und einmal ein Zweiter mit seinem weggeworfenen Pass. Registrierte Flüchtlinge reisen einfach aus dem Auffangland weiter. Auf eine Anpassung der auf uns zukommenden Kulturen und Glaubensrichtungen möchte ich gar nicht erst eingehen. Nur so viel: Dass man die vielen Islamisten alle über einen Kamm schert, ist ein fataler Fehler. Der Islam hat so viele Facetten und somit ist dort auch die Auslegung des Korans recht vielfältig. Hier die Spreu vom Weizen zu trennen, ist fast eine schier unmögliche Aufgabe. Asyl gewähren; Hilfe nur dann, wenn man genau weiss, wem Asyl gewährt werden kann. Hier sollte das Land genau differenzieren, bevor man die Übersicht verliert. Es gilt das zu verhindern, was in den Nachbarländern nicht mehr zu verhindern ist. Nur so kann man Derartiges vermeiden, statt sich gegenseitig in irgendwelche Schubladen stecken zu wollen. Letzteres fördert nur Unsicherheit, Angst, Wut und sogar Hetze. Nur so kann man Hilfe mit nachhaltigem Erfolg für diese Menschen bieten.Wer hofft, dass der Flüchtlingsstrom vor Liechtenstein und der Schweiz haltmacht, der lebt in einer falschen Hoffnung. Ein Tipp für Streithähne: «Wenn du blau bist, kann blau auch du sein.» Einigkeit macht stark.

Udo Meesters,
Hofistrasse 42, Triesenberg

Zum Leserbrief von Ulrich Hoch (erschienen am 3. Oktober): Meine Anmerkungen bezogen sich nicht auf Herrn Schlapps Buch (dazu ist genug gesagt), sondern auf seinen Leserbrief vom 29. September, wo er behauptet, Angela Merkel würde «fatale Absonderunge» von sich geben. (Absonderungen sind laut Duden Ausscheidungen, und das Adjektiv «fatal» deutet auf fäkale Assoziationen). Frau Merkel kann man kritisieren, doch sollte man es in einer anständigen Art und Weise tun. Sie hat angesichts der kritischen Lage an die humanitäre Pflicht des Westens appelliert. Schlapp benennt weiter die «derzeitige Völkerwanderung» als «die Spitze des Eisbergs» und spricht von «unheiligen Allianzen, die am Werk sind». Damit werden nach meiner Ansicht Ängste geschürt. Nur darauf bezog ich mich. Es gibt genügend extremistische Häscher in Deutschland und anderswo, die nur darauf warten, die derzeitige Unsicherheit der Menschen angesichts der vielen Flüchtlinge ideologisch auszubeuten. Leserbriefe wie der vom 29. September (bitte lesen Sie ihn wortwörtlich) können unter Umständen aufhetzen. Sie meinen, ich müsste als «Frauenrechtlerin» den Islam kritisieren, weil Frauen bei unaufgeklärten Islamgläubigen häufig als Menschen zweiter Klasse angesehen werden. Aber warum duldet die katholische Kirche keine Priesterinnen in ihren Reihen? Nicht nur Frauen, auch Homosexuelle und Geschiedene werden von ihr als Menschen zweiter Klasse angesehen. Vielleicht sollte man vor der eigenen Tür kehren, ehe man sich Defizite anderer Religionen vorknöpft. Dass die katholische Kirchenleitung in diesem Ländle zu der derzeitigen humanitären Katastrophe meines Wissens penetrant schweigt, ist zudem skandalös.
Zu Herrn Dr. Matts Brief vom 6. Oktober: Auch Sie ignorieren, dass ich Ihre sprachlichen Entgleisungen und die dahinterstehende Haltung analysierte.

Eva Rieger,
Fürst-Johannes-Strasse 1, Vaduz

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