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Leserbrief

Warnung vor Blender!

Walter Frommelt,Eschner Strasse 17, Schaan | 6. Oktober 2015

«Retter in der Not»

Verständlich, dass man für jedes Hilfsangebot dankbar ist, wenn man sich in einer Notlage befindet. Doch wenn sich dann herausstellt, dass aus einer Notlage aufgrund von leeren Versprechungen zwei geworden sind, dann ist die Lage doppelt bitter. So ist es mir passiert. Dieser Leserbrief soll deshalb als Warnung vor Blendern dienen, die alles versprechen, es aber nur auf Ihr Geld abgesehen haben – vor allem Versehrte scheinen bevorzugte Ziele zu sein. Wenn man Probleme hat, strahlt man das aus. Und ich habe körperliche Probleme – ich sitze im Rollstuhl. Der Kontakt zu meinem «Retter in der Not» kam in einem Restaurant zustande. Gegenüber der Bedienung erklärte er am Nebentisch, er habe sein Portemonnaie vergessen. Ich bekam das mit und bezahlte ihm sein Bier. Er zeigte sich in der Folge überaus dankbar und wir kamen ins Gespräch. Dann präsentierte er sich als Rechtsanwalt Dr. Dr. ..., tätig vor allem in Liechtenstein und der angrenzenden Schweiz. Schnell hatte er mein Vertrauen gewonnen, und wir redeten über dies und das. Ganz beiläufig bot er mir seine Hilfe bei rechtlichen Problemen an – und ich hatte noch eines mit einer Firma, an der ich beteiligt gewesen war. Der Mann – mit ausgeprägtem Vorarlberger Dialekt und sehr viel «Wiener Charme» auftretend – versprach mir, die für ihn «kleine Sache» problemlos zu regeln – freundschaftlich. Ebenfalls prahlte er mit seinen weltweiten Beziehungen – unter anderem zum Königshaus in Katar und zahlreichen Prominenten – und er präsentierte sich als Kenner der Rohstoffwelt und als Minenbesitzer, der 160 Kilogramm Gold und Millionen Euro in irgendwelchen Depots liegen habe. In der Folge verlangte er aber immer wieder Geld, selbstverständlich nicht für sich selber, sondern für «Partner», welche bei der Sache helfen würden, sowie für diverse Gebühren. Und auch Vollmachten, die für die Abwicklung notwendig seien. Dies, bis ich misstrauisch wurde und Resultate sehen wollte. Dann wurde er aggressiv – früher hätte er zumindest das bereut. Das Resultat für mich: ein beträchtlicher finanzieller Verlust. Ob ich das Geld jemals wiedersehen werde, ist offen. Ich überlege mir eine Strafanzeige. Aufgrund seines an den Tag gelegten Fachwissens scheint der Mann wirklich Jurist zu sein, aber er ist weder in unserer, noch in einer Rechtsanwaltskammer unserer Nachbarländer gelistet, auch die Suche in sämtlichen Telefonverzeichnissen bleibt erfolglos. Und er übt sein «Geschäft» weiter aus. Ich weiss auch, dass er wirklich Kontakte zu hiesigen Anwälten und Prominenten hat. Vielleicht hat er die ja auch schon geblendet. Deshalb meine Warnung: Seien Sie vorsichtig bei solchen Hilfsangeboten! Seriöse Rechtsanwälte bieten sich nicht einfach so an. Dieser Herr zumindest in ein Hochstapler, Blender, Lügner und Betrüger.

Walter Frommelt,
Eschner Strasse 17, Schaan

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