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Leserbrief

Familienpolitik und Krankenkasse

Herbert Elkuch,DU-Landtagsabgeordneter | 6. Oktober 2015

KVG-Revision

Werter LAbg. Elfried Hasler (FBP), werter LAbg. und Gem.Vorst. Christoph Beck (VU)
Eure Bemühungen um unser liechtensteinisches Wohlergehen in Ehren, aber wie wäre es doch so schön für uns alle, wenn ihr euch nach mittlerweile fast abgeschlossenen langjährigen KVG-Debatten um das «liechtensteinische Zahnwohl» kümmern würdet? Im Klartext: Integration der Zahnarztkosten in die Krankenversicherung – in einem reichen Land wie Liechtenstein dürfte dies eigentlich kein Problem darstellen beziehungsweise keine grosse Angelegenheit sein? Die liechtensteinische Zahnärztelobby liesse sich sicherlich für ein solches Unterfangen begeistern, glaube ich. Mit dieser Realisierung, bin ich der Meinung, könntet ihr euch doch wirklich ein stattliches Denkmal setzen! Frei, nach dem Motto: «Ich habe etwas geschaffen, das allen, die hier leben und wohnen, insbesondere denen, die mich zu ihrem Volksvertreter gewählt haben, zugute kommt!» In diesem Sinne verbleibe ich in Erwartung eurer sowie auch anderer Kommentare und Gedanken. Bis demnächst.

Dr. iur. Horst A. Marxer, RB,

Präs. RWFB Rheintaler Wirtschafts- und Freundschaftsbund, Steinort- strasse 42, Triesenberg

Einer zur Krankenkassenrevision von mir eingereichten Anträge sah vor, die Kostenbeteiligung für werdende Mütter der grosszügigeren Schweizer Gesetzgebung anzupassen. In der Schweiz werden junge Familien noch geschätzt und unterstützt. In der Schweiz müssen Frauen ab der 13. Schwangerschaftswoche und bis acht Wochen nach der Geburt keine Kostenbeteiligung für allgemeine Leistungen bei Krankheit übernehmen. Hingegen in Liechtenstein muss die Mutter bei Komplikationen und Krankheiten, sowohl bei Mutter als auch beim Kind, ob vor oder nach der Geburt Kosten übernehmen. Wenn im Januar 2017 das Gesetz in Kraft tritt, muss eine betroffene Familie in Liechtenstein die Franchise (maximal 3500 Franken) und darüber hinaus einen Selbstbehalt von 20 Prozent bezahlen. Eine hohe Belastung für eine junge Familie, für beide Elternteile kommt noch monatlich über 600 Franken Krankenkassenprämie dazu. Fristgerecht mehr als zehn Tage vor der Landtagssitzung reichte ich einen vom Rechtsdienst legistisch geprüften Gesetzesantrag ein. Für eine Besserstellung unserer werdenden Mütter analog der Krankenkassenleistungen in der Schweiz. Das beantragte Gesetz hätte bewirkt, dass Mütter ab der 13. Schwangerschaftswoche bis zehn Wochen nach der Geburt von jeglicher Kostenbeteiligung (Franchise und Selbstbehalt) befreit sind. Für die Krankenkasse eine minimale Belastung, für die wenigen betroffenen Familien eine grosse Erleichterung. Kinder zu haben, ist für die Zukunft unseres Landes, für den Erhalt unserer Werte, des Mittelstandes, der Sozial- und Umlagesysteme von enormer Wichtigkeit, aber bedeutet für die Eltern jedoch eine hohe finanzielle Belastung.
Im Landtag löste mein Antrag keine Debatte aus. Im Gegensatz dazu unterstützten am Vortag schwarz-rote Abgeordnete die Freie Liste mit dem Wunsch der Stiefkind-Adoption für homosexuelle Paare weit mehr. Verkehrte Welt! Das Abstimmungsresultat über meinen Antrag war erschütternd. Ausser den vier Stimmen der DU-Fraktion keine weitere Stimme. Ein niederschmetterndes Fazit. Ade Familienpolitik, willkommen Integrationspolitik? Nicht für die Fraktion DU. Die DU-Fraktion anerkennt, würdigt und schätzt den Wert der Familien in Liechtenstein.

Herbert Elkuch,
DU-Landtagsabgeordneter

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