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Leserbrief

Patienten quo vadis?

Agnes Dentsch, Poliweg 12, Ruggell | 22. September 2015

KVG-Revision

Seit Wochen beschimpfen Sie zu Unrecht unsere Politiker, die sich dafür einsetzen, Missstände im Gesundheitswesen aufzudecken. Wir alle wissen, dass es in Liechtenstein sehr viele hochanständige und korrekte Ärzte gibt, die aber den schlechten Ruf der schwarzen Schafe mittragen müssen. Dieses Trauerspiel muss ein Ende haben und ich bin zutiefst überzeugt, dass es unserem Gesundheitsminister gelingen wird, endlich Klarheit zu schaffen.
Mit Ihrer Aussage, dass für uns Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner das Wort «correctness» ein Fremdwort sei, beleidigen Sie nicht nur die Politiker, sondern die ganze Nation! Als Zugabe durften wir in Ihrem letzten Leserbrief noch die abschätzige Bemerkung «armes Liechtenstein» zur Kenntnis nehmen. Als stolzer Liechtensteiner weise ich Ihre ungeheuerlichen Vorwürfe ganz entschieden zurück und fordere Sie auf, diese Hetzjagd endlich zu beenden.
Nehmen Sie zur Kenntnis, dass es auf diesem Planeten nur wenige Länder gibt, für die «correctness» kein Fremdwort ist und dazu zähle ich unser geliebtes Liechtenstein.

David Vogt,
Rheinstrasse 54, Balzers

KVG-Revision, WZW-Verfahren. «Schlammschlacht» pur! Und wo bleiben die Patienten? Einige sind verunsichert, andere halten die Treue zu ihren Ärzten; es gibt auch Patienten, die Mut beweisen und sich trauen, ihrem Arzt Fragen zu stellen. Letzteres ist der richtige Weg. Ärzte haben immer noch uneingeschränkte Macht, wehren sich gegen jegliche Anschuldigungen. Frau Dr. Kranz-Candrian ist sogar nicht nur Ärztin, sondern auch eine Heilige – laut Lesebrief von Frau Schöb, ihrer Verehrerin.
Alles, was Ärzte tun, geschieht zum Wohle der Patienten, behaupten die Ärzte. Auch wenn Patienten wegen der zu vielen Medikamente mit Nierenversagen ins Spital eingeliefert werden müssen. Welche Familienangehörigen veranlassen schon eine Obduktion, um festzustellen, woran ihre Lieben wirklich gestorben sind? Weil die Ärzte das wissen, wissen sie, dass sie nie zur Rechenschaft gezogen werden. Bis jetzt.
Wie Dr. iur. Horst A. Marxer in seinem Leserbrief vom 18. September 2015 schreibt, werden die Ärzte nicht wegen «gewerbsmässigen schweren Betrugs» verurteilt, sondern es läuft jahrelang ein WZW-Verfahren mit ungewissem Ausgang. In der Zwischenzeit praktizieren sie munter weiter wie bisher.
Nur frage ich mich, welcher Fachanwalt mit sozialmedizinischen Kenntnissen vertritt sie? Auch die Richter wissen nicht Bescheid, wie auch? Einen solchen Fall hatten sie noch nie im Land. Es geht doch um zu viele Behandlungen, zu viele Verschreibungen von Medikamenten und zu viele Operationen. Ein Gutachten kann nur aufgrund ehrlicher und ausführlicher Dokumentation erstellt werden. Ist das der Fall in den WZW-Verfahren?
Die Patienten stehen im «Regen», machen brav, was die Ärzte sagen und schlucken die Pillen, bis die Rettung kommt. Muss nicht sein! Zur Erinnerung: Würden alle Patienten eine ausführliche Er- und Aufklärung vom Arzt verlangen und nicht mehr als drei Medikamente schlucken, hätten wir weniger Kranke und weniger Kosten im Gesundheitswesen.

Agnes Dentsch,
Poliweg 12, Ruggell

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