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Leserbrief

Flüchtlinge sind Menschen

Einen weiteren Leserbrief finden Sie auf Seite 8. | 22. September 2015

Flüchtlingskrise

Die EU-Asylpolitik ist auf dem Prüfstand. Europa spricht schon lange nicht mehr mit einer Stimme. Im Fernsehen werden dramatische Bilder gezeigt von randalierenden jugendlichen Flüchtlingen, die Grenzzäune an der ungarischen Staatsgrenze attackieren. Man sieht Bilder von zumeist jungen Männern mit Gepäck, wenig Frauen und auch Kinder, zumeist Afrikaner und Leute mit nahöstlichem Teint. Die Einladung von Bundeskanzlerin Merkel an Asylanten aus den Krisengebieten hat Kräfte freigesetzt, die nachhaltige Auswirkungen haben werden. Bereits blüht ein Schwarzmarkthandel mit syrischen Pässen in der Türkei. Über die Balkanroute ist ein muslimischer Massenexodus im Gange.
Vor einer Woche gab der deutsche Innenminister Thomas de Maziere bekannt, dass Deutschland wieder Grenzkontrollen einführen werde. Man brauche wieder Ruhe und Ordnung an der Grenze. Interessant die Tatsache, dass er auch feststellte, dass sich viele Flüchtlinge auch gleich in Deutschland umverteilen. Eine Asyloptimierung scheint im Gange zu sein. Langsam dämmert es auch dem naivsten Gutmenschen-Politiker: Man ist massiv überfordert und gefährdet nicht zuletzt die staatliche Sicherheit. Im Nahen Osten gibt es Millionen von auswanderungswilligen Muslimen. Viele kommen aus Krisen- und Kriegsgebieten wie Syrien, dem Irak oder Afghanistan. Viele sind Flüchtlinge, die der Armut und wirtschaftlichen Perspektivlosigkeit in ihren Heimatländern zu entfliehen versuchen. Europa ringt um eine Quotenverteilung. Viele Länder sind nicht bereit, nach dem Aussetzen des Dublin-Abkommens hier Hand zu reichen. Einem kollektiven Massenexodus von Muslimen sieht man mit gemischten Gefühlen entgegen. Sagen wir in Liechtenstein ja zu einer selbstbestimmenden Flüchtlingspolitik, aber was soll gut daran sein, Menschen falsche Hoffnungen zu machen. Tausende Menschen sterben auf den illegalen Schlepperrouten nach Europa! Eine Aufnahme von Flüchtlingen ist sicher angezeigt, aber bitte nicht in Zusammenarbeit mit den EU-Ländern. Nicht zuletzt die Politik der USA mit ihren Verbündeten hat Nordafrika ins Chaos gestürzt. Der Hinweis von US-Präsident Obama, Europa werde noch Jahre mit der Flüchtlingsproblematik zu kämpfen haben, ist geradezu ein Hohn.
Ich halte es mit dem Weltautor Henryk M. Broder: «Wer angesichts der Bilder von Flüchtlingen kein Mitleid empfindet, hat kein Herz. Wer aber nur Mitleid empfindet, hat keinen Verstand.»

Ulrich Hoch,
Grüschaweg 11, Triesenberg

Liechtenstein soll sich am geplanten EU-Programm zur Umverteilung von 40 000 Menschen beteiligen. Dadurch würden 40 zusätzliche Menschen zu uns kommen. Wenn dies unser Land in wirtschaftlicher wie auch emotionaler Hinsicht überfordern sollte, dann kann ich nur mit den Worten von Angela Merkel feststellen: «Das ist nicht mein Land!».
Man kann es sich aber auch wie der DU-Führer Quaderer einfach machen und darauf hinweisen, dass wir auch Arbeitslose und am Existenzminimum Lebende haben und wir bereits 800 000 Franken für Flüchtlinge ausgeben und zudem handelt es sich bei diesen Menschen ja zumeist um Muslime. Mit diesen Aussagen schürt er Fremdenfeindlichkeit, Neid und Angst!
Keine Antwort liefert er zudem, was mit denjenigen Menschen gemacht werden soll, welche bereits vor unserer Türe stehen. Können wir es uns tatsächlich erlauben, wegzuschauen? Mit seiner Suche nach den Schuldigen für diese Misere ist diesen Menschen nicht geholfen.
Als im April 1945 mehr als 1000 Menschen an unserer Grenze gestrandet sind, hat man in Liechtenstein nicht danach gefragt, wer ist schuld, wie viele Arbeitslose haben wir, wie viele leben am Existenzminimum, welche Religion haben diese Menschen? Damals wurde umgehend und in grossem Umfang den an unsere Türe Anklopfenden geholfen! Wir können heute noch stolz darauf sein, was Liechtenstein damals geleistet hat. Sind in den 70 Jahren Mitgefühl, Solidarität und Grosszügigkeit tatsächlich in dem Mass, wie es der DU-Führer von sich gibt, verloren gegangen? Ich hoffe nicht!

Herbert Lageder,
Steineststrasse 48, Triesenberg

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