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Leserbrief

Wo bleibt das «in dubio pro reo»?

Ruth Schöb, Auring 57, Vaduz | 19. September 2015

WZW-Verfahren

Zum Leserbrief von Dr. iur. Horst Marxer, Triesenberg:
Ich glaube kaum, dass das Verhalten des ehemaligen FBP-Präsidenten Elfried Hasler durch seinen fiesen Verrat in den Medien vor der KVG-Revision im Oktober die Interessen der gesamten liechtensteinischen Bevölkerung repräsentiert. Falls dem so wäre, könnte ich nur sagen; armes Liechtenstein! Der politisch motivierte Charakter dieser hinterhältigen Aktion sollte hinlänglich bekannt sein. Es gibt immer mehr Menschen im Lande, die dieses Schmierenstück durchschauen und nicht goutieren.
Es verwundert weiter, dass Herr Marxer von direkter und indirekter Abzocke spricht und dabei in diesem Zusammenhang wohl auch die Ärztekammerpräsidentin meint (sie aber nicht direkt anzusprechen pflegt). Sehr gut inszeniert wollte man Frau Dr. Ruth Kranz gezielt schachmatt setzen. Für sie gilt der Satz «in dubio pro reo» im besonderen, wenn man die Fakten genau in Augenschein nimmt. Herr Marxer schreibt weiter, wir würden beim gleichen Verhalten nicht in ein WZW-Verfahren hineingezogen, sondern wir wären mit dem strafrechtlichen Vorwurf des gewerbsmässigen schweren Betruges konfrontiert. Das WZW-Verfahren gilt nur für Ärzte, heisst aber nicht, dass damit automatisch schwerer Betrug gemeint ist. Dieser Unterschied wurde ausdrücklich erklärt, um die Bedeutung eines WZW-Verfahrens bekannt zu geben.
Das Verfahren der Ärztekammerpräsidentin liegt beim Schiedsgericht. Für sie gilt nicht nur die Unschuldsvermutung, sondern die Ärzteschaft und ein grösseres gewichtiges Umfeld ist überzeugt, dass sie sich kein unwirtschaftliches Verhalten hat zuschulden kommen lassen und dieses Verfahren äusserst unfair geführt wird. Alle Gutachten belegen das richtige Verhalten von Frau Dr. med. Ruth Kranz. Da wäre ich aber äusserst vorsichtig mit dem Wort «Abzocke». Die Ärztekammerpräsidentin wünscht sich im Namen aller Patienten und Ärzte eine gerechte und verträgliche KVG-Revision, dafür setzt sie sich Monat für Monat in ihrer Freizeit ein. Liechtenstein könnte dankbar sein, dass es eine solche Kämmerpräsidentin hat, die nicht einfach das Handtuch wirft, die den Mut zeigt, sich der Öffentlichkeit zu stellen und sich nicht scheut, die Fakten auf den Tisch zu legen, auch wenn der Minister versucht sie immer mal wieder brüskierend mürbe zu machen und ihr Verschwörungstheorien unterschiebt.

Ruth Schöb, Auring 57, Vaduz

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