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Leserbrief

Wiederverheiratete sind Teil der Kirche

Kurt F. Büchel, Letzanaweg 25, Triesen | 14. September 2015

Sakramentenempfang

«Für einen ganz gewöhnlichen Katholiken wie mich ist die seit langer Zeit laufende Diskussion um den von der (Amts-)Kirche verbotenen Kommunionempfang für geschiedene Wiederverheiratete schlichtweg unverständlich. In Medienberichten und Leserbriefen wird die Tradition und Lehre dieser Kirche bemüht, auch wenn sie der Lehre Jesu von der Nächstenliebe und der Barmherzigkeit widerspricht. Ein besonderes Licht darauf wirft die Tatsache, dass Papst Franziskus das Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen hat. Aber da wollen so manche dem Papst am Zeug flicken, während sie den Päpsten, die bibelwidrig die Tradition und Lehre der Amtskirche in den Vordergrund stellten, willig gefolgt sind.
Jede(r) von uns kennt in seiner Verwandt- und Bekanntschaft Ehen, die – aus den verschiedensten Gründen – zerbrochen sind. Sei es, dass sie zu unüberlegt eingegangen waren, sei es, dass die Partner sich so gravierend auseinandergelebt haben, dass eine Weiterführung nicht mehr zumutbar war, insbesondere für die Kinder. Und jede(r) von uns kennt Zweitehen, die dann mit sehr viel klarerem Verständnis eingegangen wurden, daher geglückt sind und beiden Partnern sowie den Kindern erst das Empfinden einer guten Familie gebracht haben. Und wenn diese Eheleute dann sich ehrlich um die Gemeinschaft mit Jesus in der Kommunion bemühen, soll man ihnen diese verwehren?
Kann mir bitte jemand erklären, warum dann eine all dies vermissen lassende Partnerschaft mit Gewalt aufrechterhalten werden sollte? Im Leben kommen eben Probleme vor, die mit der «starren, unnachgiebigen Haltung» (H.P.Hurka) der Amtskirche nicht gelöst werden können. Wenn eine Mutter mit Kindern von zu Hause flieht, weil sie alle vom Mann bzw. Vater geschlagen werden, meint dann «einer der Verteidiger alter Standpunkte, Jesu habe dieser Frau aufgetragen, auf eine männliche Bezugsperson bei der Erziehung der Kinder zu verzichten und ein Leben lang sexuell enthaltsam zu leben?» (H.P.Hurka)
Die ganze Ehemoral wird von der Amtskirche viel zu sehr auf die Sexualität eingeschränkt, statt die Liebe (die aber natürlich die Sexualität einschliesst) in den Vordergrund zu stellen. Wenn die Zweitehe enthaltsam gelebt wird, dürften die Eheleute die Kommunion empfangen – was ist das dann für eine Ehe? Papst Franziskus sagte kürzlich, dass wiederverheiratete Geschiedene «keineswegs exkommuniziert sind und auch keineswegs als solche behandelt werden dürfen. Sie sind stets Teil der Kirche».

Kurt F. Büchel,
Letzanaweg 25, Triesen

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