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Leserbrief

Wer kontrolliert die Kontrolleure?

Hansjörg Marxer, Bödastrasse 15/Postfach 1021, TriesenbergRenate Müssner, Bachweg 11, Nendeln | 12. September 2015

WZW-Verfahren

Der LKV und die landesansässigen Kassen haben schon heute sehr viele Kontrollkompetenzen und sollen in Zukunft sogar noch mehr Aufgaben übernehmen. Zur Frage, wer denn diese Kontrolleure kontrolliert zwei Beispiele: Einige Arztpraxen wurden jüngst einer unkorrekten Abrechnung bezichtigt und vom LKV zur Stellungnahme aufgefordert. Gut, dass den Ärzten jemand auf die Finger schaut, denkt man sich. Nachdem zum Beispiel ein beschuldigter Arzt, dem vorgeworfen wurde über 150 000 Franken fälschlich abgerechnet zu haben, den ersten Schock überwunden hatte, stellte sich schliesslich heraus, dass die 150 000 Franken bei einer Krankenkasse schlicht falsch verbucht wurden – leider kein Einzelfall! Für den Arzt – leichtfertig der unkorrekten Abrechnung bezichtigt – wurde nach Feststellung seiner «Unschuld» nicht einmal ein Wort der Entschuldigung gefunden, wohl das Mindeste, was unter kultivierten Partnern zu erwarten wäre.
Ebenfalls nicht gerade vertrauensbildend wirkt der LKV im Gebaren mit Entschädigung durch den Staat. Zur Information: Das Land hat sowohl mit dem LKV wie mit der Ärztekammer Leistungsvereinbarungen abgeschlossen, gemäss denen Leistungen, die die Verbände im öffentlichen Interesse übernehmen, über Pauschalbeträge abgegolten werden, vom Staat also keine zusätzlichen Sitzungsgelder mehr entrichtet werden. Der Ärztekammer wurde der Beitrag bekanntlich inzwischen gestrichen – der LKV erhält indes weiterhin einen sechsstelligen Beitrag vom Land.
Die Vertreter von Ärztekammer und LKV in den Kommissionen müssten demnach gemäss den (bisherigen) Leistungsvereinbarungen von ihren jeweiligen Verbänden für ihre Kommissionsarbeit entlohnt werden – für die Ärzte konsequent umgesetzt, nicht aber für den LKV. Zumindest für die Honorare für die Ausarbeitung der Revision des Arzttarifs wurde auf Intervention der Ärztekammer dieser Missstand behoben. Zusätzlich bezogene Sitzungsgelder beziehungsweise Honorare an den LKV wurden mit anderen Ausgaben verrechnet und ausgeglichen.
In beiden Fällen, die nur eine kleine Auswahl darstellen, muss festgehalten werden, dass nicht etwa eine Kontrollinstanz, sondern Leistungserbringer – auf Neudeutsch «Powerseller» – auf die Missstände hingewiesen haben. So viel zum Thema Kontrollinstanz (LKV) und angeblichen Abzockern (Ärzte).

Hansjörg Marxer, Bödastrasse 15/Postfach 1021, Triesenberg
Renate Müssner, Bachweg 11, Nendeln

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