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Leserbrief

Tierquälerei?

Otto Beck,Bergstrasse 119, Triesenberg | 10. September 2015

Alpabfahrten

Sie sind wieder vorbei oder stehen unmittelbar bevor, die Alpabfahrten. Im Gegensatz zu den verklärenden Berichten mit dem heimeligen Glockengebimmel durch die Dörfer und selbst durchs Vaduzer Städtle, gibt es auch eine andere Sichtweise, mit der ich nicht allein stehe.
Am Samstag, den 29. August, gegen 14 Uhr erreicht das Vieh Triesenberg. Das Thermometer auf 1000 m ü. d. M. zeigt 28 Grad. Die Tiere stelzen mit ihren für geteerte Strassen ungeeigneten Klauen talwärts. Bei einigen hängen lange Geiferfäden herunter. Es gibt nichts zu trinken bei der Hitze. Der Blumenschmuck drückt. Die viel zu grossen Schellen machen einen infernalischen Lärm und scheuern am Hals, genauso wie die breiten Schellenriemen. Am Strassenrand stehen Zuschauer, die das Geschehen mit Freude betrachten und den Alphirten gar ein Schnäpslein reichen. Nachbarn sprechen aus, was ich denke: Das ist Tierquälerei.
Vergangenen Samstag der Alpabtrieb von Pradamee. Es ist zum Glück nicht mehr heiss. Dennoch ein ähnliches Bild. Die Schellen gefühlsmässig noch grösser und lauter. Sie schwingen am Hals der armen Tiere nicht nur vor und zurück, nein, die breiten Riemen pendeln bei jedem Schritt um den Hals. Auf den Köpfen das wippende Gestell mit dem Blumenschmuck. Die so «geschmückten» Tiere laufen mit unnatürlich gestrecktem Hals und aufgerissenen Augen apathisch talwärts. Und zuletzt werden sie noch (zur Freude?) der Einheimischen und der Touristen durchs Städtle über die desolate Pflästerung des Peter-Kaiser-Platzes getrieben. Immerhin scheissen sie gehörig drauf.
Seltsamerweise erfolgt der Auftrieb in Fahrzeugen, obwohl, wie jeder Wanderer weiss, aufwärts gehen schonender ist als abwärts.
Am Samstag können wir die längste Tortour bewundern, von Guschgfiel nach Balzers, von circa 9 bis 16 Uhr.
Ich weiss, ich setz mich bei Alpennostalgikern in die Nesseln, das ist mir aber egal.

Otto Beck,
Bergstrasse 119, Triesenberg

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