Leserbrief

Paradigmawechsel

Sr. Alma Pia, ASC,Kloster St. Elisabeth, Schaan | 5. September 2015

Glaube

Wer will, weiss heute, dass die bisherige Wertordnung dem Weltuntergang zusteuert. Es fehlt nicht am Wissen, sondern am Mut, es umzusetzen. Gefüllte Kassen durch Waffenverkauf sind den Reichen wichtiger als Friede und Schutz des Menschenlebens; wichtiger als gerechte Löhne für harte, ja lebensgefährliche Arbeit in Afrika, um kostbare, aber giftige Bodenschätze für modernste Kommunikationsapparate zu gewinnen.
Das Grundübel der hochentwickelten Länder ist das Wissen um die echten Werte, die der christliche Glaube und die wissenschaftlichen Erkenntnisse verkünden, und die Weigerung sie zu leben, weil sie «anstrengend» sind.
Das Grundübel des IS – nicht aller Muslime! – ist wohl die Verweigerung der Schulbildung vor allem für Mädchen. Diese wird sogar als von Gott «diktiert» verkündet, weshalb sie nicht hinterfragt werden darf. Den Selbstmord-Attentätern werden die höchsten Ehren im Volke und Freuden im Himmel versprochen; die «Gotteskrieger» dürfen diese schon auf Erden vorwegnehmen durch Vergewaltigung von Mädchen und Frauen …
Zum Glück denken und handeln weder alle Christen noch alle Muslime so. Irgendwo habe ich gelesen, dass es unter Muslimen das Sprichwort gibt: «Ein Ort ohne Christen wäre für uns ein grosser Verlust.» Wir Christen könnten wohl sagen: Der Glaubens- und Bekenntnismut der Muslime ist nicht nur ein starkes Vorbild, sondern eine Herausforderung für unser fehlendes Glaubens-Wissen und -Leben.
Nur Dialog auf Augenhöhe, gegenseitige Achtung, die Bereitschaft zu lernen und «vom hohen Ross zu steigen», können allen Menschen eine sinnvolle, «gute» Zukunft sichern. Davon «träume» ich bei Tag und bei Nacht.

Sr. Alma Pia, ASC,
Kloster St. Elisabeth, Schaan

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