Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Flüchtlinge aus Afrika

Josef Lampert,Iradug 42, Balzers | 21. August 2015

Flüchtlingselend

Zum Leserbrief von Barbara Schädler vom 20. August 2015:
Ich teile Ihre Meinung voll und ganz und finde, Liechtenstein müsste allein schon zum Andenken an das humanitäre Erbe I.D. Fürstin Gina im Jahre 1945 dringendst mehr der traumatisierten Mütter und ihrer Kinder, Säuglinge aus den Kriegsgebieten (Syrien) aufnehmen. Das Boot bei uns ist nicht voll, wir kentern auch nicht, wie täglich hunderte von Verzweifelten, die im Mittelmeer jämmerlich schreiend ertrinken. Wir sind nicht vor Ort, müssen sie nicht hören, die Todesschreie, oder sehen, wie die Leichen angespült werden am Strand. Im Gegenteil, wir liegen an den Mittelmeerstränden und geniessen Sonne und Meer. Mag auch das Asylzentrum hier voll sein, so muss anderweitig schnellstens und unbürokratisch Unterkunft gesucht und gefunden werden. Wohnraum kann beschafft werden, sofern denn Fürstenhaus, Behörden, Bevölkerung nur wollten (Containerdörfer). Ja, es ist beschämend, erbärmlich, unchristlich und gegen jedes Menschenrecht, wenn wir uns hauptsächlich um unser bequemes Leben hier kümmern und das Elend in Syrien schon gar nicht mehr sehen mögen. Langweilt uns dieser jahrelange Krieg schon, sind wir so abgestumpft? Vielleicht, es ist immer angenehmer, die Augen zu verschliessen, als hinzusehen. Ungarn verschanzt sich vor dem Elend mit meterhoher Umzäunung seiner Grenzen, eine Bankrotterklärung der EU, unsere Schranken müssen für diese Flüchtlinge offen sein und zwar physisch und psychisch.
Wie schön wäre es doch, wenn wichtige, humanitär eingestellte Bürger, Persönlichkeiten dieses Landes – ich denke an Ihre Königliche Hoheit Erbprinzessin Sophie von und zu Liechtenstein, Schirmherrin des Liecht. Roten Kreuzes, an Magistraten, Erzbischof, Ärzte, Industrielle, Künstler, Promis und Nichtpromis, NGOs – sich öffentlich und mit Namen in der Zeitung positionieren würden und damit ein Zeichen setzten für Humanität. Wie effektvoll könnten sich Zeitung, Radio L, 1FLTV einsetzen, um mehr Flüchtlingen hier Sicherheit zu geben.
So eine gezielte «PR-Aktion» der Medien mit der Bevölkerung zusammen könnte unglaublich viel bewirken. Das wäre schon mal ein Anfang; dann sind die Politik, die Fremdenpolizei gefragt und in der Pflicht, ausnahmsweise ohne lange Verfahren diesen Kriegsflüchtlingen Schutz zu gewähren!

Ruth Schöb,
Auring 57, Vaduz

Die Flüchtlingswelle und das Flüchtlingselend machen uns betroffen. Nun hat, wie das katholische Medienzentrum Schweiz meldet, der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, Kurienkardinal Peter Turkson, vor zwei Monaten auf die Auswirklungen der anhaltenden Flüchtlingswelle hingewiesen. Er selber ist Afrikaner aus Ghana.
«Afrika kann diese demografische Ausblutung nicht länger verkraften. Die vielen jungen Menschen dürften ihrer Heimat nicht verloren gehen. Die meisten Flüchtlinge machen sich grosse Illusionen über ihre Zukunft in Europa. Es müssen in Afrika realistische Informationen über die Gefahren der Flucht und über die Situation in Europa verbreitet werden. Europa sollte die Fluchtursachen in den Heimatländern bekämpfen und Aufbauprogramme, Bildung, demokratisches Handeln der Regierungen anpacken. Europa kann nicht immer noch mehr Menschen aufnehmen und integrieren. Europa hat sich aus der Verantwortung für seine ehemaligen Kolonien geschlichen. Deshalb haben China und Indien heute so grossen Einfluss in Afrika. Die afrikanische Elite hat nie gelernt, dass Macht dazu da ist, den Menschen zu dienen. Die Eliten wollen herrschen um der Macht und des Geldes willen.»
Solche Aussagen aus erster Hand sind bedenkenswert. Und wie ist es mit Flüchtlingen aus anderen Ländern, Staaten und Völkern?

Josef Lampert,
Iradug 42, Balzers

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung