Leserbrief

«Billigmedizin»

Agnes Dentsch,Poliweg 12, Ruggell | 20. August 2015

Gesundheitswesen

Nach dem Urteil des Arztes (schade, dass der Name nicht erwähnt werden darf), argumentiert die Ärztekammer wieder mit den Worten «Billigmedizin» und wir brauchen kein «Tarmed». Schon wieder Aussagen, die den Patienten Angst einjagen sollen.
Dazu meine Fragen: Wer erklärt mir, was «Billigmedizin» bedeutet. Heisst das, dass nur viele Medikamente und viele teure Untersuchungen «Heilung» bringen? Wenn das so ist, warum haben wir immer mehr chronisch Kranke im Land? Darf zum Beispiel ein Husten nur mit Medikamenten inklusive Nebenwirkungen behandelt werden? Wie ist es möglich, dass Patienten, die genug von den vielen Medikamenten hatten und einfach absetzten (was nicht ungefährlich ist), sich danach viel besser fühlten? Warum werden älteren Patienten mehr Medikamente verschrieben, als sie vertragen (und sie in der Folge mit akutem Nierenversagen ins Spital eingeliefert werden müssen)? Warum ist es nicht möglich, dass Patienten über ihre Krankheit (Ursache) und Medikation vollumfänglich aufgeklärt werden (Wirkung, Nebenwirkung und Wechselwirkung)?
Zum Glück gibt es auch Ärzte, die gewissenhaft arbeiten und für Sie nicht nur das Geldverdienen im Vordergrund steht. Es ist an der Zeit, dass Patienten ihren Mut zusammennehmen und zu Behandlungen und Medikamenten eine detaillierte Auskunft verlangen. Nur so ist es möglich, die schwarzen Schafe zu entlarven. Nur so ist es möglich, die Gesundheitskosten zu senken. Weniger Kranke, weniger Kosten. Wie ich schon einige Male in meinen Lesebriefen erwähnt habe, gilt: Wir müssen mehr Eigenverantwortung übernehmen. Fragen, fragen und nochmals fragen. Ein guter Arzt beantwortet auch ihre Fragen gerne. Am besten, Sie schreiben die Fragen schon zu Hause auf. Beantwortet ein Arzt die Fragen nicht und wimmelt Sie ab, suchen Sie sich einen anderen Arzt.

Agnes Dentsch,
Poliweg 12, Ruggell

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