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Leserbrief

Eurolöhne – Wie weiter?

Liechtensteinischer Arbeitnehmer/-innenverband (LANV) | 11. August 2015

Lohnpolitik

Der LANV brachte in einem Schreiben an die Regierung im Juni die Sorge um die vermehrte Zahlung von Eurolöhnen mit Lohnabschlägen zum Ausdruck. Wir wollten, dass die Regierung in dieser Sache aktiv wird. Es kann nicht sein, dass ein Arbeitnehmer eine Klage gegen seinen Arbeitgeber einreichen muss, damit wir endlich wissen, ob die Zahlung von Eurolöhnen gestattet ist oder nicht. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, wie die Angelegenheit für diesen Arbeitnehmer ausgeht: Seinen Job ist er los.
Mit Schreiben vom 16. Juli 2015 antwortete uns Regierungschef-Stellvertreter Thomas Zwiefelhofer im Namen der Regierung, dass gemäss der Rechtslage kein Tätigwerden des Gesetzgebers notwendig sei. Jedoch werde die Regierung die Arbeitsverhältnisse in Liechtenstein weiterhin beobachten.
Mit den Argumenten im Antwortschreiben können wir uns nicht abfinden, da wir in den Entwicklungen der vergangenen Monate einen Tabubruch sehen. Der LANV ist überzeugt, dass zukünftig weitere Unternehmen von der Lohnzahlung in Schweizer Franken Abschied nehmen.
Die Lohnzahlung in Euro ist diskriminierend und birgt auch die Gefahr, dass vermehrt Grenzgänger/-innen anstelle von Inländern angestellt werden. Der Druck auf die Löhne nimmt zu, wenn ich einen Grenzgänger/eine Grenzgängerin zu einem niedrigeren Lohn anstellen kann, weil er/sie aufgrund der Eurolohnzahlung keinen Kaufkraftverlust hinnehmen muss.
Bekommen vermehrt Inländer/-innen Eurolöhne, werden die Branchen Handel, Gastronomie und Tourismus noch mehr unter Druck geraten und weiter schrumpfen. Denn, wenn ich einen Eurolohn erhalte, werde ich auch im Euroraum einkaufen und dort meine Ferien verbringen.
Schon seit Jahren leiden die Arbeitnehmenden massiv unter Kaufkraftverlusten durch stagnierende Löhne und die Sparpolitik der Regierung. Immer mehr Arbeitnehmende und ihre Familien geraten trotz Arbeit unter das Existenzminimum. Staatlich subventionierte Dumpinglöhne dürfen nicht im Sinne unserer liberalen Wirtschaftsordnung sein und werden auch vom LANV nicht mehr akzeptiert. Wir setzen uns ein für gleiche Löhne für gleiche Arbeit am gleichen Ort in der Landeswährung. Nur dadurch kann ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in einem Umfeld sozialer Gerechtigkeit garantiert werden.
In den kommenden Tagen werden wir mit den Landtagsfraktionen Kontakt aufnehmen, um weitere Schritte zu besprechen. Für den LANV ist die Eurolohn Thematik nicht vom Tisch!

Liechtensteinischer Arbeitnehmer/-innenverband (LANV)

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