Leserbrief

Welt-Orang-Utan-Tag am 19. August

Alexandra Marion Schädler / Camilla Filonardi, Gewerbeweg 3, Vaduz | 6. August 2015

Tierschutz

«Es war einmal ...»: So beginnt normalerweise eine Erzählung von Märchen für Kinder. Meist enden sie mit der Phrase «... und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute». Meine heutige Erzählung ist kein Märchen und endet leider mit «... sie sind bedroht und sterben aus!» Denn wo in Samboja Lestari einst artenreicher Regenwald stand, blieb nach illegaler Abholzung und Brandrodung nur eine ökologische Wüste übrig. Auf brutalste Art und Weise werden durch die Abholzung jungen Wildtieren nicht nur ihre Muttertiere geraubt, sondern der gesamten Tierwelt auch der Lebensraum zerstört. Dank der unermüdlichen Arbeit von BOS Borneo Orang Utan Survival und Umweltschützern, steht heute 2015 hier wieder ein natürlicher Wald. Hier befindet sich auch die gleichnamige Rettungsstation mit derzeit 212 Orang-Utans. Die BOS-Rettungsstation in Nyaru Menteng nimmt fast wöchentlich verwaiste Orang-Utan-Babys auf. Warum? Leider wächst der Palmöl-Absatz in atemberaubenden Tempo – auf Kosten der letzten Regenwälder vor allem in Südostasien. Palmöl ist das billigste und meistverwendete Pflanzenöl weltweit. Als Nahrungsmittel wird Palmöl bzw. Palmkernöl für die Produktion von Margarine, Dauerbackwaren, Kaffeeweisser, Kartoffelchips und vieler anderer Snacks und Süsswaren verwendet. «Elaeis Guineensis», die Ölpalme, stammt ursprünglich aus den tropischen Gebieten Westafrikas. Sie braucht für ein gutes Gedeihen fruchtbare Böden, tropische Temperaturen und viel Niederschlag: Bedingungen, wie sie um den Äquator herrschen. Regenwälder werden abgeholzt und mit Palmölplantagen ersetzt! Die Folge: Der natürliche Lebensraum für die Primaten geht verloren. Orang-Utans sind die Opfer einer gnadenlosen Regenwaldzerstörung auf der Insel Borneo. Zwischen den Jahren 1992 bis 2000 hat sich die Population der Orang-Utans auf Borneo nahezu um ca. 50 Prozent verringert. Nach dieser letzten Schätzung liegt der Bestand auf Borneo derzeit nur noch bei 45 000 Tieren. Da die Waldrodungen aber immer stärker zugenommen haben, muss diese Zahl sicherlich deutlich nach unten korrigiert werden. Der Welt-Orang-Utan-Tag am 19. August 2015 soll auf diese Problematik aufmerksam machen. Denken wir darüber nach! Wir haben Patenschaften übernommen bei www.bos-schweiz.ch, was machen Sie?

Alexandra Marion Schädler / Camilla Filonardi, Gewerbeweg 3, Vaduz

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