Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Die Stegraser

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 1. August 2015

Mehr Staat?

Nun schrieb Frau Martha Negele, Steg wäre ein wunderbarer Ort, wo man in Ruhe die wunderschöne Natur geniessen könnte, wenn da nicht diese Raser wären. Ruggell wäre auch ein wunderschöner Ort, wo man in Ruhe wohnen könnte, wenn nicht in aller Hergottsfrühe rasende Arbeitspendler zur Frühschicht und nachts um elf wieder nach Hause rasten. An der Eschnerstrasse könnte man auch in Ruhe wohnen, wenn dort nicht jeden Tag Tausende Lastwagen und sie überholende Raser vorbeidonnern würden. Am Stutz in Schellenberg wäre es auch erholsamer, wenn er nicht als Rennstrecke missbraucht würde. usw. und so fort. Und wenn alle von Rasern geplagte Anwohner einen Radarkasten bekommen, dann brauchen wir schätzungsweise tausend Stück davon. Aber wer sind wir denn überhaupt?
Wir sind die Menschen, die in diesem Lande wohnen und der Staat, der von diesem Lande lebt. Mit seinen Aufgaben ist er, dieser Staat, längst überfordert und mäandert orientierungslos zwischen seinen Pflichten und Pfründen hin und her. Das Verkehrsproblem, um nur eines zu nennen, ist ihm genauso entglitten, wie so manches andere. Den Ansprüchen der Bevölkerung ist er wenig gewachsen und seine gnädigen Gaben und Brosamen an sie machen auch das System Liechtenstein zum Anwärter, welches noch jedes Staatsgebilde vom Globus verschwinden liess.
Recht hanebüchen geht es zu, wenn er versucht, das Verkehrsproblem in den Griff zu bekommen. Da werden ausgewählte Mitbürger verhätschelt, ihre Strassen als Wohnquartiere taxiert, fest mit Schikanen verbaut, um den Verkehr daran zu hindern, durchzufahren. Ein Affront an die Mitbürger zweiter Klasse, welche gezwungen sind, an den Hauptstrassen wohnen zu müssen und für welche der Staat rein gar nichts tut. Wohlbemerkt: Derjenige, der an der Landstrasse wohnt, finanziert dem Villenbesitzer mit seinen Steuern die Ruhe vor dem Durchgangsverkehr. Oder seine hilflosen Versuche, den Verkehr zu steuern, indem er alles mit Klump und Tausenden Eisenpfosten verunstaltet. Mit seinen schon jetzt zu vielen Radarfallen tut er sich gütlich. Nur, was ist das für ein Staat, der seinen Bürgern für ein paar Franken permanent auflauern muss wie ein lausiger Strauchdieb?
Der Ruf nach noch mehr Staat, nach noch mehr Regulierung mag zwar für geplagte Mitbürger legitim erscheinen, jedoch beherbergt er den Teufel persönlich, denn er wird seinen Aufgaben nicht gewachsen sein, sich noch mehr aufblähen und seine ständig zunehmenden Bevormundungen, Entmündigungen und Gängelungen noch mehr durchsetzen.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung