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Leserbrief

Das Mittelmeer ist nicht schuld

Robert Allgäuer,Schalunstrasse 17, Vaduz | 1. August 2015

Flüchtlingsdramen

Das Mittelmeer ist weltweit das begehrteste Urlaubsziel. Jedes Jahr zieht es über 220 Millionen Besucher, darunter auch viele Liechtensteiner, an die Gestade von Spanien bis zur Türkei. Für diese Touristen ist das Mittelmeer das Meer der Freude, des Vergnügens, wobei der unangenehme Gedanke, am Strand oder im Meer eventuell einer Wasserleiche zu begegnen, rasch verdrängt und mit Sand zugedeckt wird.
Für Hunderttausende von Flüchtlingen ist das Mittelmeer ein Meer der Hoffnung. Gemäss Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks sind im ersten Halbjahr 2015 137 000 Menschen vor Krieg und Verfolgung nach Europa geflüchtet. Sie suchen Schutz, ein Dach über dem Kopf und Arbeitsmöglichkeit. Sie wählen die lebensgefährliche Überquerung des Mittelmeers, weil sie keine legalen Möglichkeiten haben, nach Europa zu kommen.
Für Tausende von Bootsflüchtlingen ist das Mittelmeer das Meer des Todes. Gemäss dem UNHCR sind in den ersten sechs Monaten des Jahres 1867 Menschen bei der Überfahrt über das Mittelmeer ums Leben gekommen, ertrunken, derb gesagt versoffen. Das Mittelmeer wird zum Friedhof. Zynisch formuliert, es gibt noch sehr viel Platz in der Tiefe des Meers.
Das Mittelmeer ist nicht schuld. Ausbeutung in der Dritten Welt, Abschottung hier, Mauern, Zäune. Humanitäre Niederlage in Europa. Wir versagen vor der Geschichte.

Robert Allgäuer,
Schalunstrasse 17, Vaduz

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