Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Vor 70 Jahren: 7369 Flüchtlinge an der Grenzstelle Schaanwald

Robert Allgäuer,Schalunstrasse 17, Vaduz | 25. Juli 2015

Flüchtlingselend

In einem Aufruf der Regierung vom 27. April 1945, der am 2. Mai veröffentlicht wurde, heisst es: «Auch Liechtenstein hat nun das Flüchtlingselend kennengelernt. Jedermann ist gebeten, etwas zu dessen Linderung beizutragen. Erwünscht sind:
a) Geldspenden
b) Lebensmittel und Lebensmittelkarten im Besonderen Brotcoupons. Lebensmittel und Lebensmittelkarten mögen bei den Ortsvorstehungen abgegeben werden.»
In der Zeit vom 25. April bis 2. Mai 1945 wurden in Schaanwald insgesamt 7369 Flüchtlinge aus 28 Ländern registriert, nach Deutschland verschleppte Zwangsarbeitskräfte, befreite Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge, 3424 Franzosen, 1254 Rus­sen, 759 Polen, 156 Schweizer, 153 Griechen, 121 Liechtensteiner und andere.
In Schaanwald war von den Pfadfinderinnen, den Pfadfindern und dem Liechtensteinischen Roten Kreuz, das am 30. April 1945 gegründet worden war, eine Flüchtlingsküche erstellt worden, wo täglich 800 bis 1000 Flüchtlinge verpflegt wurden.
Die Flüchtlinge wurden dann mit Lastwagen und einem Pendelzug nach Buchs weitergeführt, wo sie sanitärisch untersucht und medizinisch betreut wurden. Die Flüchtlinge wurden dann in die Heimatländer weitergeleitet.
1945 ereignete sich das Flüchtlings­elend während kurzer Zeit vor der Haustüre des Landes, heute erfahren wir das globale Flüchtlingselend tagtäglich in den Medien.
Es wäre sinnvoll und wünschenswert, wenn in Schaanwald ein Denk- und Mahnmal errichtet würde, das an die Flüchtlinge von damals und an die Flüchtlinge von heute erinnert. Das könnte eine Metallstele sein, in welche ausdrucksstarke Fotos der Ereignisse von Ende April und Anfang Mai 1945 eingelassen sind.

Robert Allgäuer,
Schalunstrasse 17, Vaduz

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung