Leserbrief

Steigende Gesundheitskosten

Ruth Schöb,Auring 57, Vaduz | 17. Juli 2015

KVG-Reform

Zum Leserbrief von Agnes Dentsch: Ich finde es unerhört, lesen zu müssen, dass Patienten zur Ware werden. Für einen anständigen Arzt – und von dem gehe ich aus – ist ein Patient ein Kranker und keine Ware (wieder so ein gezielter Pfeil abgeschossen auf das Kollektiv der Ärzteschaft. Ich finde, es reicht mit diesen ständigen Diffamierungen). Weitere Schlagwörter in dem Brief: «Aus Gesunden werden Kranke gemacht, Patienten tun, was ihnen der Arzt sagt, dies sei keine Eigenverantwortung sondern Hörigkeit.» Ein starkes Stück, wohl war, diese Wortwahl (Hörigkeit hat nichts mit Arzt und Patient zu tun, die fällt unter sexuelle Begriffe oder man trifft sie auch zwischen verzweifelten Menschen und ihren Gurus oder Heilern). Vielleicht erkennt der Leser, dass nur durch das gegenseitige absolute Vertrauen (auf Augenhöhe) Arzt–Patient Heilung geschehen kann, dies hat am allerwenigsten mit Hörigkeit zu tun! Das ist eine Beleidigung des Arzt-Patientenverhältnisses.
Vielleicht überlegt sich Frau Dentsch einmal, dass durch die höhere Franchise und den höheren Selbstbehalt für viele Chronischkranke zum körperlichen Leid noch ein finanzielles dazu kommt, was teilweise nicht tragbar sein wird für viele Kranke. Sie werden dadurch noch psychisch gestresst und noch kranker und eben teurer! Und diese Patienten haben ihr Leid weder selbst verschuldet noch gewünscht.
«Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser»: Ein weiterer Satz im Leserbrief; ich als Nichtärztin und Patientin vertraue meinem Arzt/meiner Ärztin, die medizinische Kontrolle fällt also sicher nicht in meinen Bereich und trotzdem bin ich eine völlig kritische und mündige, informierte Patientin, die über alles mit meinem Arzt/meiner Ärztin spricht.

Ruth Schöb,
Auring 57, Vaduz

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