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Leserbrief

Papst: Hammer-und-Sichel-Kruzifix «nicht beleidigend»

Urs Kindle,Binzastrasse 51, Mauren | 17. Juli 2015

Glaube

Auf seiner Reise durch Südamerika erhielt Papst Franziskus am 9. Juli 2015 als Geschenk von Boliviens Präsident Evo Morales ein himmelschreiendes Kunstwerk gotteslästerlicher Art: Ein Kruzifix in Form von Hammer und Sichel. Der Körper des gekreuzigten Heilands war dabei auf dem Hammer befestigt; die Sichel befand sich unmittelbar darunter. Hammer und Sichel sind bekanntlich das Symbol des Kommunismus.
Mehrere Zeitungen vermittelten fälschlicherweise den Eindruck, dieses Geschenk sei Papst Franziskus zuwider gewesen. Doch dem ist nicht so, wie belegt werden kann. Der Papst nahm es gar mit auf die (Flug)reise.
Die Video-Dokumente des Vatikanischen Fernsehzentrums, des Centro Televisivo Vaticano (CTV, www.ctv.va), und auch von www.romereports.com (Unterkapitel «Pope Francis») zeigen die genannte Szene der Geschenkübergabe. Man erkennt dabei: Zwar beäugt der Papst dieses «Hammer-und-Sichel-Kruzifix-Geschenk» zunächst kritisch, anschliessend aber nimmt er es wohlwollend und mit einem nicht enden wollenden Lächeln in die Hände. Was Papst Franziskus und Boliviens Präsident Morales dabei genau sagen, ist laut Spanisch-Muttersprachlern nicht eindeutig, zu unklar ist die Tonaufnahme, was auch von Vatikan-Pressesprecher Federico Lombardi bestätigt wurde.
Lässt sich das Skandal-Geschenk schönreden mit dem Argument, man müsse zur Beurteilung der Sache den Hintergrund jenes «Kruzifix»-Künstlers berücksichtigen? Nein. Das derart abscheuliche Geschenk spricht für sich; es spricht eine klare Sprache. Und die ausbleibende Distanzierung davon bzw. die fehlende Kritik von Seiten des Papstes leider ebenfalls.
Zum Abschluss jener Südamerika-Reise fand am 13. Juli 2015 im Papstflugzeug eine intensive Pressekonferenz statt. Was dem Skandal die unschöne Krone aufsetzt: Papst Franziskus erklärte dabei ausdrücklich, dass er jenes Geschenk bei sich habe («es reist mit mir»). Er werde es an einem Marienpilgerort Maria weihen! Und wörtlich sagte er: «Für mich war es [d. h. jenes gotteslästerliche Hammer-und-Sichel-Kruzifix] nicht beleidigend» (!). Auweia. Ja, dies sind die Worte des Papstes. Kaum zu glauben, aber wahr. Man mag sich vergegenwärtigen, dass der Kommunismus der Erzfeind der Kirche war und ist. Und dass dieser bisher bekanntlich mindestens 100 Millionen Menschen tötete. Ich frage mich, wie lange noch die Masse – nicht nur die Katholiken – im gefährlichen Dornröschenschlaf verweilen will … Die Lösung heisst angstfreies Gebet.

Urs Kindle,
Binzastrasse 51, Mauren

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