Leserbrief

Beziehungsreich

Sr. Alma Pia, ASC,Kloster St. Elisabeth, Schaan | 11. Juli 2015

Glaube

So betitelte «Christ in der Gegenwart» einen Artikel zur Würdigung behinderter Menschen. Was mich darin am tiefsten beeindruckt und gefreut hat, ist der neue Name für sie «Menschen mit besonderen Fähigkeiten», allen voran ihr «Beziehungsreichtum». So erlebten es auch unsere Schwestern, die sie während 60 Jahren in der Bildungsstätte «Sommeri» (Kanton Thurgau) betreut haben. Mich freut es natürlich auch, dass das Zuhause dieser Menschen in Schaan in der letzten Zeit unter dem Patronat Ihrer Durchlaucht Fürstin Marie so grossartig ausgebaut wurde.
Hier noch ein paar Gedanken aus dem Artikel: «Man ist nicht behindert (...), sondern wird behindert durch die Ausgrenzung.»
Haben Sie schon einmal daran gedacht, dass jeder Mensch von der Geburt bis zum Tod viele Behinderungen hat? Nur werden sie nicht so «benotet». Kein Mensch hat je alle «besten» Qualitäten des Leibes und des Geistes. Der französische Philosoph M. Foucauld spricht vom «Recht des Menschen auf Unvollkommenheit». Lobenswert ist in der Schweiz die Forderung, dass Unternehmen Behinderte in ihren Arbeitsbereich eingliedern. Gesetze, die Frauen bestrafen, wenn sie «beziehungsreiche» Kinder nicht abtreiben, folgen den Spuren Hitlers!
Sinnvolles, erfülltes Leben ist nicht an den perfekten Körper, an hohe Intelligenz, an Erfolg oder Geld gebunden, sondern an die «Qualität» des Herzens, der Beziehungen. Jeder Mensch ist von der Empfängnis bis zum Tod Gottes geliebtes Kind.
Viele Eltern erleben mit ihren beziehungsreichen Kindern mehr Freude als mit den «normalen», vor allem, wenn diese falsche Wege gehen! Investieren in Beziehungen lohnt sich! Ich wünsche Ihnen viele gute Beziehungen während der Ferien – und das ganze Jahr!

Sr. Alma Pia, ASC,
Kloster St. Elisabeth, Schaan

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